+
Friedlicher Bürgerprotest im Wohngebiet: In der Straße Am Kreuth zeigten Anlieger gestern, dass sie nicht mit allen Verkehrsplänen für das Quartier einverstanden sind. 

Wohngebiet Hanfelder Straße/Bahnlinie

Anwohner-Protest gegen Verkehrspläne

  • schließen

In dem Wohngebiet zwischen Hanfelder Straße und Bahnlinie regt sich Widerstand gegen die Verkehrspläne der Stadtverwaltung. Gut 400 Anlieger haben sich mittlerweile auf Unterschriftenlisten eingetragen.

Starnberg – Unabhängig von der Frage Tunnel oder Umfahrung laufen im Rathaus die Vorbereitungen für die Einführung neuer Verkehrsregeln im Wohngebiet zwischen Hanfelder Straße und Bahnlinie. Dort sollen unter anderem flächendeckend Tempo 30 und „Anlieger frei“-Regelungen eingeführt, Straßen gesperrt und Einbahnstraßen ausgewiesen werden. Bis Freitag sind die 2150 Anlieger – Anwohner sowie Eigentümer – aufgerufen, ihre Meinung zu den Plänen per städtischem Fragebogen kundzutun (wir berichteten). Unabhängig davon haben sich bis gestern Abend 401 Anlieger bereits geäußert – auf einer Unterschriftenliste.

„Es ist sehr positiv, dass bei uns etwas gegen den Durchgangsverkehr gemacht werden soll“, betont Stephanie Weber, die zu den zehn Familien gehört, die die Aktion angestoßen haben. Aber: „Wir haben bei den geplanten Sperrungen und Einbahnstraßenregelungen die Befürchtung, dass der Verkehr nur in andere Wohnstraßen verlagert wird.“

Bekanntlich hat Bürgermeisterin Eva John einen Plan vorgelegt, wonach die Himbselstraße in Richtung Osten und die Otto-Gaßner-Straße (bis zum Parkplatz Mittelschule) in Richtung Westen Einbahnstraßen werden sollen. Der Riedener Weg soll auf Höhe Ludwig-Thoma-Weg gesperrt, die Straße Am Kreuth in der Mitte gesperrt oder als Einbahnstraße Richtung Norden ausgewiesen werden. So will die Verwaltung dem Schleichverkehr das Durchqueren des Wohnviertels erschweren und die Anwohner entlasten. Die Regelungen sollen in einer einjährigen Testphase ausprobiert werden.

Dass dieser Plan aufgeht, bezweifeln die Anlieger. „Selbst wenn wir drei Straßen sperren, bleibt der Verkehr“, befürchtet Stephanie Weber. Sie glaubt nicht, dass sich plötzlich alle Pendler in den Stau auf der Hanfelder Straße stellen, sondern lieber Umwege über andere Wohnstraßen in dem Quartier in Kauf nehmen. Mit der Folge, dass sie sich dann sogar zeitlich länger dort aufhalten, Umweltbelastung inklusive. Zu guter Letzt hätten die Sperren und Einbahnstraßen Auswirkungen auf die Bewohner selbst, die gegebenenfalls Umwege in Kauf nehmen müssten. „Selbst wenn jemand so brav ist und mit der S-Bahn fahren will, muss er irgendwie zum Bahnhof Nord kommen“, ergänzt Vera Zillich, die sich ebenfalls an der Unterschriftensammlung beteiligt.

In 50 Straßen hätten sie gesammelt, berichtet Charlotte Meyer, eine weitere Initiatorin. „Bei den Gesprächen hat sich gezeigt, dass unsere Befürchtungen zu einigen Teilen des Maßnahmenkonzepts von der weitaus überwiegenden Anzahl der angesprochenen Anwohner geteilt wird.“

„Unsere Aktion ist kein Aufbäumen gegen die Verwaltung oder die Bürgermeisterin“, betonen die drei Frauen. Im Gegenteil: In friedlicher Absicht wollen die Initiatoren die Unterschriftenlisten der Bürgermeisterin überreichen, am liebsten schon am Freitag. Deren Türen stehen offen. „Sie können gerne vorbei kommen, dann werden wir darüber reden“, sagte Eva John gestern gegenüber dem Starnberger Merkur.

Ihr Zeitplan sieht vor, nach Sichtung und Auswertung der Fragebögen die Gespräche mit den Fachbehörden, also Polizei, Landratsamt und Staatliches Bauamt, zu führen und dann dem Stadtrat einen Beschlussvorschlag vorzulegen – „noch in der ersten Jahreshälfte“, sagte John.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mann überfallen, Täter auf der Flucht
Unbekannte haben in Pöcking am Sonntagabend einen Mann überfallen und ihm 1000 Euro gestohlen haben. Eine Fahndung ist eingeleitet.
Mann überfallen, Täter auf der Flucht
Baum trifft Vater und Kind: Polizei sucht Zeugen
Schwere Unwetter haben am Freitagabend im Landkreis Starnberg mehrere Verletzte gefordert. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.
Baum trifft Vater und Kind: Polizei sucht Zeugen
Vorfahrt missachtet
Kleine Ursache, große Wirkung: Weil ein 42-Jähriger die Vorfahrt missachtete, krachte es am Freitagabend bei Gilching.
Vorfahrt missachtet
Gauting muss sein Ökokonto auffüllen
Wegen des geplanten Gewerbegebiets beim Unterbrunner Holz muss die Gemeinde Gauting ihr Ökokonto auffüllen. Damit beauftragte der Umweltausschuss ein Planungsbüro. Wie …
Gauting muss sein Ökokonto auffüllen

Kommentare