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Ein Prosit auf die Bürgermeisterin : Alle Redner beim Neujahrsempfang – Dr. Klaus Huber, Markus Mooser, Maximilian Ardelt und Josef Pfister (v.l.) – lobten Eva Johns Erfolge. 

Neujahrsempfang

WPS und BI pro Umfahrung nach wie vor einig: „Stadtzerstörerischen Tunnel“ in Starnberg verhindern

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Die Stadtratfraktion WPS und die Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI) sind sich nach wie vor einig: Der Tunnel durch die Starnberger Innenstadt müsse verhindert werden. Das wurde beim gemeinsamen Neujahrsempfang deutlich.

Starnberg – „Fühlen Sie sich alle umarmt!“ Starnbergs Bürgermeisterin Eva John war nach ihrer Rede beim Neujahrsempfang der WPS und der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI) angesichts der stehenden Ovationen der rund 120 Besucher gerührt. BI-Chef Dr. Klaus Huber hatte die Gäste dazu aufgefordert, nachdem sie John bereits intensiven Applaus gespendet hatten. Die Stimmung am Sonntag war fast wie bei einem Familientreffen – man kannte sich und auch die Themen: Es ging um die fünf „Umfaller“, die Stadträte, die durch „Verrat am Wähler“ den Tunnelbau erst ermöglicht hätten, um die beiden abgelehnten Bürgerbegehren und dass sich durch die Kommunalwahl die Möglichkeit biete, die eigenen Überzeugungen doch noch durchzusetzen.

Die Botschaft der Redner in der Schlossberghalle war dieselbe: Der Tunnel ist noch nicht gebaut, es gibt noch Hoffnung. „Uns verbindet das Ziel, einen stadtzerstörerischen Tunnel zu verhindern und viel besser und vernünftiger eine Nord-Umfahrung zu bauen“, sagte John. „Uns verbindet auch die Überzeugung, dass es zutiefst demokratisch ist, in dieser für Starnberg so bedeutsamen Frage alle Bürger entscheiden zu lassen.“ John stellte heraus, was sie in den vergangenen Jahren trotz „Blockadepolitik, wie sie die Stadtratsmehrheit verfolgt“, durchgesetzt habe: die Westumfahrung, den Bürgerpark, die Sanierung des Seebads, die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung sowie hohe Investitionen in Schulen, Kindergärten und Straßen und nicht zuletzt ein Einheimischenmodell.

John: „Menschen, die mit aller Kraft daran arbeiten, mich vor Gericht zu zerren“

Das sei ihr gelungen, trotz der persönlichen Anfeindungen durch „Menschen, die mit aller Kraft daran arbeiten, mich vor Gericht zu zerren“, und die sie ruinieren wollten. Es gehöre „eine gehörige Portion Mut und Tatkraft dazu, um erfolgreich zu sein“, sagte John. Dazu ein „stabiles Rückgrat“ sowie ein „tragfähiges Fundament aus beruflicher Erfahrung, einem gesunden Menschenverstand und der Gabe, Menschen nicht nur zuzuhören, sondern sie ernst zu nehmen“.

Der Vorsitzende von Johns Gruppierung Bündnis Mitte Starnberg (BMS), Josef Pfister, warb auch für John: „Spazieren Sie vom Mausloch zum Seebad und Sie werden sehen, dass Starnberg bei unserer Bürgermeisterin in den besten Händen ist.“ Dort ist unter anderem der Bürgerpark. WPS-Vize Georg Stahl skizzierte das Gespenst von einer Stadt, die dank Tunnel zur Autobahnraststätte am See degradiert werde. Für BI-Chef Huber ist der Tunnel „das Gegenteil von nachhaltig und ökologisch“.

WPS-Stadtrat Markus Mooser lobt die Bürgermeisterin

WPS-Stadtrat Markus Mooser lobte die Politik der Rathauschefin – und kritisierte diejenigen, die die 20-prozentige Steigerung der Kosten bei der Seebad-Sanierung anprangerten. „Für 24 Millionen Euro haben wir eines der schönsten Seebäder Europas.“ Gleichzeitig habe sich die Pro-Kopf-Verschuldung verringert. Er ließ über 40 Minuten die ganze Tunnel-Historie Revue passieren, von der Wahl des Tunnelgegners Ferdinand Pfaffinger zum Bürgermeister 2002, dessen Meinungswechsel bis zu den jüngsten „Umfallern“, die 2017 den Tunnelbau schließlich ermöglicht hätten.

Der Bürgermeisterkandidat von CSU, UWG, SPD und BLS, Patrick Janik, sei lediglich ein Angestellter von Prof. Otto Gaßner, der „gegen die Stadt arbeitet“. Beim Tunnel sei vieles nicht geklärt, weder die Kosten noch die Sicherheit, sagte Mooser. Dem Staatlichen Bauamt fehle der Wille, das Projekt durchziehen zu wollen. Zudem seien bislang nur nur ohnehin nötige Arbeiten erledigt worden.

Deshalb argumentierte Rechtsanwalt Dr. Franz Sußner erneut, dass es noch keinen Baubeginn für den Tunnel gegeben habe. Daher sei die Baugenehmigung erloschen. Der Verwaltungsgerichtshof werde sich im Juli mit dieser Frage beschäftigen.

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