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Grund zum Feiern: Prof. Dr. Arnold Tupka, Renate Ilg, Eva-Maria Drummer, Dr. Silke Weich und Landrat Karl Roth stoßen auf den zehnten Geburtstag der Station an. 

Jubiläum

Palliativstation: "Wir sind keine Sterbestation"

Starnberg – Die Starnberger Palliativstation feiert zehnten Geburtsag. Die Oberärztin erklärt, warum man die Station nicht als "Sterbestation" degradieren sollte.

„Die Gesellschaft tut sich schwer, über den Tod zu reden, dabei ist nichts im Leben so sicher“, stellte Landrat Karl Roth bei der Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen der Palliativstaion im Starnberger Klinikum fest. „Ich danke allen Mitarbeitern für ihre Arbeit, denn manchmal gilt es, nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben.“

Etwa 80 Gäste feierten den Geburtstag am Donnerstagabend mit Sekt, Snacks und allem, was dazu gehört. In den Reden wurde vor allem eines immer wieder klar: Die Station ist kein Ort der Trauer und des Todes, sondern lebendig und bunt. „Es ist nicht so, dass bei uns nur gestorben wird“, sagt Dr. Silke Weich, die seit 2012 die betreuende Oberärztin der Palliativeinheit ist. 

"Es greifen viele Rädchen ineinander"

„Die Hälfte der Patienten verlässt die Station lebend, oft werden sie von ambulanten Hospizdiensten zu Hause weiterbetreut.“ Dieses Vorurteil gegen die Palliativmedizin sei immer noch nicht ganz aus der Welt. „Oft höre ich auch von Kollegen: ,Da kann man nichts mehr machen, legen wir ihn halt auf die Palliativstation‘, aber wir möchten nicht als Sterbestation degradiert werden.“

Prof. Arnold Tupka vertrat den Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Thomas Weiler, und erklärte, das Ziel der Station sei, den Patienten ein „langes, würdevolles und schmerzfreies Lebensende“ zu ermöglichen. „Dabei greifen viele kleine Rädchen ineinander.“ Wichtig sei besonders die Arbeit der kirchlichen Seelsorger und die der ambulanten Hospizdienste. 

Palliativeinheit: Seit 2002 von kleinem Zimmer zur Sechs-Betten-Einheit

„70 Prozent der seelsorgerischen Arbeit sind Einzelgespräche“, erklärte Pastoralreferentin Renate Ilg. Dazu kämen noch Krankensalbungen, Krankenkommunion und der Sterbesegen. Die Palliativeinheit begann im Herbst 2002 als kleines Zimmer und entwickelte sich zu einer Sechs-Betten Einheit mit 21 Pflegern. 

Die 29-jährige Eva-Maria Drummer leitet sie heute. Sie dankte ihrem Team – „Ihr seid die Besten!“ – und erklärte, dass sie besonders die „unwahrscheinlich große Dankbarkeit der Patienten und Angehörigen“ Tag für Tag motiviere. Silke Weich beendete schließlich den offiziellen Teil der Feier: „Ich möchte Sie jetzt alle einladen, sich keine Gedanken über Palliativmedizin zu machen, sondern stattdessen zu feiern!“  

lg

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