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Bald eine Brauerei? Der Würmtal-Zweckverband sucht in der Craft-Brauer-Szene nach Interessenten. 

„Da muss man schon einiges machen“

Gasthaus steht seit zwölf Jahren leer - doch jetzt gibt es einen Plan

Die seit mehr als zwölf Jahren leer stehende Gaststätte Obermühlthal unweit von Leutstetten soll wiederbelebt werden. Der Würmtal-Zweckverband als Eigentümer sucht derzeit gezielt in einem bestimmten Segment – den so genannten Craft-Brauern.

Mühlthal– Hat der Dornröschenschlaf bald ein Ende? Der Würmtal-Zweckverband sucht gezielt in der Craft-Brauer-Szene Interessenten für das frühere Wirtshaus Obermühlthal am ebenso stillgelegten Bahnhof Mühlthal. Allerdings: Herrichten müssen künftige Wirte die Gaststätte selbst, da der Zweckverband dafür kein Geld ausgeben will und auch nicht darf.

Vor mehr als 20 Jahren kam die früher sehr beliebte Gaststätte ins Eigentum des Zweckverbandes – allerdings mehr zufällig. Zur Sicherung seiner Quellen, aus denen das Würmtal mit Trinkwasser versorgt wird, hatte der Verband die Fläche zwischen Bahn und Würm gekauft, und das Gasthaus eben mit. „Wir sind kein Gaststättenbetreiber“, hebt Zweckverbandsgeschäftsführer Klaus Krüger hervor. Seit der letzte Pächter nach der Einstellung des S-Bahnhaltes Mühlthal Ende 2004 aufgegeben hat, steht der Bau leer. Der Zweckverband sorge für den nötigsten Unterhalt, mehr aber auch nicht, erklärt Krüger. Denn: Der Verband finanziert sich aus Gebühren fürs Wasser, Gaststätten kommen darin nicht vor.

„Da muss man schon einiges machen“

Deswegen wäre das Geschäft mit einem Interessenten dieses: Er bekommt das Gasthaus Obermühlthal günstig in Erbbau, muss es aber selbst herrichten und für seine Zwecke umbauen. „Da muss man schon einiges machen“, räumt Krüger ein. Es habe auch schon ein paar Interessenten gegeben, zu einem Abschluss kam es jedoch unter anderem wegen der nötigen Investitionen nicht.

Die neue Initiative, die von den Verbandsgemeinden ausgegangen ist, will einen der großen Trends in der Gastro-Szene nutzen, das Craft-Bierbrauen. Die Bewegung, Bier unabhängig von Konzernen selbst zu brauen und auch unter die Leute zu bringen, stammt aus den USA. Dort ist jedes zehnte gezapfte Bier ein „Craft beer“. Im Landkreis gibt es schon eine Reihe dieser zumeist kleinen Brauereien, etwa am Wörthsee oder in Geisenbrunn. Für junge Brauer oder Quereinsteiger bietet der Trend die Möglichkeit, zum einen unabhängig zu brauen und zum anderen, was sie möchten. „Craft beer“ definiert sich nicht über das Bier, sondern die Philosophie – es sind also Individualisten. Inzwischen gibt es sogar einen bundesweiten Verband.

Der Zweckverband hofft nun, dass sich in dieser Szene ein Interessent findet. Die Lage ist auch ohne S-Bahn nicht schlecht, und viele fragen regelmäßig beim Zweckverband an, ob die Gaststätte nicht wieder eröffnet werden könne. Parkplätze gibt es auch genug. Neben den Investitionen steht einem Brauer aber auch ein Behörden-Marathon bevor: Die Konzession ist erloschen, viele Genehmigungen müssten wohl neu beantragt werden. Ob größere Um- oder Anbauten möglich wären, wollte der yZweckverband mit der Stadt Starnberg klären. Weit kam er nicht, wie Krüger sagt: Die Stadt habe zugesagt, ein Konzept zu prüfen. Krüger hätte sich Eckdaten gewünscht, was möglich wäre.

Interessenten können sich beim Zweckverband oder bei Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst melden:Telefon (089) 85 82 27. Krügers Position ist klar: „Wir haben kein Problem mit einem schönen Biergarten.“

Auch ein anderes Gasthaus im Umland sucht neue Wirte. Es gibt wohl einen Interessenten - um den ein großes Geheimnis gemacht wird.

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