Vorbereitungen für Bundestagswahl

Erste Gespräche über Kandidaten

  • schließen

Starnberg - Bei der Bundestagswahl 2017 werden die Karten neu gemischt – nicht nur, was die Zusammensetzung des Parlaments angeht. Auch in einigen Wahlkreisen müssen sich die Protagonisten neu zusammenraufen. Zum Beispiel im Wahlkreis Starnberg.

Die Bundestagswahl 2017 sind für die Parteien im Landkreis eine Zäsur. Sie müssen sich von langjährigen Weggenossen trennen und werden mit neuen Partnern zwangsverheiratet. Denn die Wahlkreise sollen einwohnermäßig die Balance halten. Die Änderung betrifft massiv den bisherigen Wahlkreis Starnberg (Starnberg, Miesbach, Bad-Tölz-Wolfratshausen). Die Starnberger werden nach dem Vorschlag der Wahlkreiskommission künftig mit dem Landkreis Landsberg und Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) einen neuen Wahlkreis bilden. Der Bundestag wird noch im März das aktualisierte Wahlkreisgesetz beraten.

Auf die Parteien kommt einiges an Arbeit zu. Es gilt Organisationsstrukturen abzustimmen und sich auch personell auf einen Nenner zu einigen. Die Zeit drängt. Das bestätigt die CSU-Kreisvorsitzende Stefanie von Winning: „Der Neuzuschnitt der Wahlkreise ist nach wie vor ein heißes Thema. Es war lange nicht klar, wer mit wem zusammengeht, und das von der Kommission favorisierte Ergebnis war umstritten.“

Die Starnberger haben ein erstes Anbandeln mit den neuen Partnern schon gewagt. „Wir sind in Gesprächen“, sagt die Kreisvorsitzende. Es geht um organisatorische Fragen, zum Beispiel, wo die Geschäftsstelle, das Bundeswahlkreisbüro, eingerichtet werden soll. „Ein Großraumbüro mit Seeblick wäre sicher ein Traum“, sagt die Tutzingerin und lacht.

CSU kommentiert Namen nicht

Im Gespräch mit unserer Zeitung wägt von Winning ihre Worte ab – sorgfältig. Ihre Antworten kommen keinesfalls wie aus der Pistole geschossen – eher zögerlich: „Sie merken, ich eiere herum.“ Die CSU-Kreischefin will nicht schon im Vorfeld der noch bevorstehenden Gespräche die noch zarten Bande strapazieren. Denn die Kreisverbände der Christsozialen in Starnberg und Landsberg sind etwa gleich groß. Da könnten die Germeringer Parteifreunde als kleinster Partner in entscheidenden Punkten das Zünglein an der Waage sein.

Wer wird im neuen Wahlkreis um das Direktmandat für den nächsten Bundestag kämpfen? Ein Name wird gehandelt: Junge-Union-Kreisvorsitzender Stefan Ebner aus Gauting. Stefanie von Winning hält sich in der Kandidatenfrage bedeckt. „Das müssen wir erst intern diskutieren“, sagt sie und ergänzt: „Es wird sicherlich mehrere Kandidaten geben.“ Auch was ihre eigenen Ambitionen betrifft, bleibt sie unverbindlich. Wer sich für eine Kandidatur entscheide, müsse das für sich persönlich abmachen. Da spiele das familiäre und berufliche Umfeld ein Rolle und die Interessenlage. „Wer sich für Themen rund um die Bildung interessiert, hat im Bundestag das Nachsehen, der ist besser im Landtag aufgehoben“, sagt die Referentin für Erwachsenenbildung bei der Hanns-Seidel-Stiftung.

SPD beginnt Gespräche

Ein wenig konkreter geht Julia Ney das Thema neuer Wahlkreis an. Die Kreisvorsitzende der Sozialdemokraten weiß, dass ihre Partei im bisherigen Wahlkreis zuletzt vor etwa 30 Jahren den Kandidaten gestellt hat. „Das wollen wir ändern“, gibt sich Ney kämpferisch. Die Chancen scheinen nicht schlecht zu stehen. Denn: Der SPD-Kreisverband ist beinahe doppelt so stark wie der Landsberger, hat sie recherchiert. In zwei Wochen wollen sich Ney und ihr Vorgänger im Amt des Kreisvorsitzenden, Tim Weidner, mit den Landsbergern treffen. Ney hat die Vorsitzenden der SPD-Ortsvereine aufgefordert, mögliche Kandidaten zu suchen und zu benennen. Und wie steht es um sie selbst? „Das kommt nicht in Frage. Sie hören, warum“, verweist die Gautingerin im Telefongespräch auf das im Hintergrund fröhlich brabbelnde elf Monate junge Töchterchen.

FDP legt sich auf Kandidatin fest

Die Liberalen wissen, was sie wollen – am liebsten ihre Kandidatin Britta Hundesrügge auf den Schild heben. Das bestätigte die Kreisvorsitzende der FDP auf Anfrage. Kreisvorstand und -hauptausschuss haben die Gautingerin am Mittwoch vorgeschlagen. Dieser Anspruch könnte ihnen zustehen, denn die Starnberger FDP ist in dem künftigen Dreigestirn der stärkste Part. Den Kandidatenvorschlag wollen sie Anfang Juni festzurren. Die Wahlkreiskonferenz könnte im Juli über die Bühne gehen, „aber wir müssen uns noch mit Landsberg und Germering absprechen“, sagt Hundesrügge, der eine Entscheidung vor der Sommerpause sympathisch wäre.

Grüne haben eine Abgeordnete

Die Grünen sehen die Neueinteilung positiv. „Wir sehen mehr Anknüpfungspunkte mit Landsberg und Fürstenfeldbruck“, sagt Kreisvorsitzender Bernd Pfitzner. „Der Starnberger See ist trennender als der Ammersee“, ergänzt der Tutzinger. Kandidaten für ein Direktmandat sind bei Pfitzner „noch nicht aufgeschlagen“. Erste Ansprechpartnerin ist für Pfitzner die Brucker Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer. „Sie wird sich entscheiden müssen, ob sie wieder im Wahlkreis Fürstenfeldbruck antritt oder als Germeringerin im neuen Wahlkreis kandidiert.“

Bei der Alternative für Deutschland (AfD) haben die benachbarten Kreisverbände die Zusammenarbeit nach der Neueinteilung bereits geklärt. Der Starnberger Kreischef Martin Hebner verweist auf die bei AfD übliche „Direkte Demokratie“: „Danach werden unsere Listen- und Direktkandidaten von den Mitgliedern gewählt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Stück für Stück in Richtung Ziel
Der Umbau des Bahnhofs Hechendorf in einen Schlemmertempel schreitet voran. Vielleicht klappt es mit der Eröffnung im Frühjahr.
Stück für Stück in Richtung Ziel
Neue Hoffnung für die Feuerwehr in Feldafing
Die Feldafinger Feuerwehr bekommt ein neues Gebäude. Der Gemeinderat hat eine Machbarkeitsstudie beschlossen. Kommandant Dirk Schiecke hofft, dass es noch während seiner …
Neue Hoffnung für die Feuerwehr in Feldafing
Schulleiter bereit für Umstellung auf G9
Ist das achtjährige Gymnasium ein Auslaufmodell? Vieles spricht dafür, dass Bayern zum G 9 zurückkehrt. Auch wenn die Entscheidung dazu erst im März fällt. Die Mehrheit …
Schulleiter bereit für Umstellung auf G9
Dauer der Stadtratssitzungen soll begrenzt werden
Der Stadtrat hat bei der Fortsetzung der Sitzung vom Montag über Uhrzeiten gestritten.
Dauer der Stadtratssitzungen soll begrenzt werden

Kommentare