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Das Bambusrad - im Bild Andrea Schmölzer (l.) und Bürgermeisterin Eva John - gab es schon mehr zu sehen, etwa beim Stadtradelauftakt.

Zehn Jahre Stadtradeln

Eine Million Kilometer und viele Ideen

Starnberg war einst eine der ersten Gemeinden, die sich am Stadtradeln beteiligten. Am Sonntag gibt‘s zum Jubiläum ein Bambusrad zu gewinnen. 

Starnberg– Das Stadtradeln in Starnberg hat in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Anlass für eine Bilanz. „2009 war Starnberg – dank der Initiative der STAgenda 21 – Vorreiter im Landkreis und sogar in ganz Deutschland. Die Kreisstadt wurde beim Stadtradeln mit 62 000 Radkilometern Fünfter von knapp 40 Gemeinden bundesweit“, erinnert sich Andrea Schmölzer, die das Stadtradeln seit Jahren koordiniert. Heutzutage ist die Konkurrenz weitaus größer, denn mehr als 800 Gemeinden waren 2018 am Start, die meisten aus Bayern. Die Stadt schaffte in diesem Jahr 132 425 Kilometer bei 800 aktiven Teilnehmern. Ein Vergleich der Platzierung von damals und heute ist noch nicht belastbar möglich, da noch nicht alle ihr Stadtradeln abgeschlossen haben.

„Zehn Jahre Stadtradeln Starnberg heißt auch: In zehn mal drei Wochen haben tausende Radlerinnen und Radler insgesamt rund eine Million Kilometer für ihre Stadt gesammelt“, bilanziert Schmölzer. Bürgermeisterin Eva John steht voll hinter der Idee und nutzt das Jubiläum als Gelegenheit für ein Dankeschön. Beim Stadtfest an diesem Sonntag werden die Besten des Stadtradelns ausgezeichnet (11.45 Uhr, Kirchplatz) und „als künftige Fairtrade-Gemeinde“ gemeinsam mit dem Radhaus Starnberg ein fair produziertes Bambusrad verlost.

Das Stadtradeln, erklärte Schmölzer, sei für John auch ein Ansporn, Radfahren sicherer und angenehmer zu machen. „Wir wollen ein radfreundliches Klima in unserer Stadt schaffen und den Radlerinnen und Radlern eine Stimme geben. Das heißt mehr Gehör für ihre Bedürfnisse, um schließlich mehr und besseren Radverkehr zu fördern“, erklärte die Koordinatorin. „Konkret heißt das zum Beispiel, dass Kinder sicher am Radl zur Schule und nach Hause kommen sollten, ohne dass sie rechtswidrig auf Gehwegen fahren und Fußgänger gefährden müssen.“ Das wiederum würde den Hol- und Bringverkehr an den Schulen reduzieren. Es sei schon einiges erreicht, etwa die Umgestaltung der Blumensiedlung oder den Radweg entlang des Bahnhofs See, den kombinierten Geh- und Radweg am Gymnasium, den Umbau des Kreisverkehrs am Bahnhof Nord, den Radstreifen an der Maximilianstraße oder den „Roten Teppich“ für Radler an der Kreuzung Leutstettener Straße/B 2 sowie die Fahrradstraße auf dem Riedener Weg. Das reiche nicht, findet John: „Wir haben ein klares Ziel für Starnberg: Radfahren auf einem sicheren und gut ausgebauten Radwegenetz. Gerade in Starnbergs Innenstadt sind Radfahrer Hindernissen und Gefahren ausgesetzt, da viele Radwege immer noch zu schmal sind oder gar keine vorhanden sind.“

Ein Fahrradschutzstreifen auf der Starnberger Hauptstraße jedoch sei erst kürzlich vom Landratsamt abgelehnt worden. „Wie hier scheitern radfreundliche Lösungen oft an verkehrsrechtlichen Auflagen wie Mindestbreiten von Fahrbahnen, Parkraumansprüchen von Geschäftsleuten oder Sicherheitsbedenken der Polizei“, schreibt Schmölzer. John setzt auf neue Lösungen an Petersbrunner sowie Söckinger und Hanfelder Straße.  mm

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