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Die Prognose, zusammengefasst in einer Grafik.

Verkehr in Starnberg

Starnberg: Zukunftszahlen einer Blechlawine

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Starnberg - Allein die kurze Präsentation zu den Szenarien des Starnberger Verkehrs im Jahr 2030 enthält mehr als 130 einzelne Zahlen. Allerdings sagen die nicht alles über den gefühlten Verkehr.

Wie fühlen sich 12 000 Fahrzeuge in 24 Stunden an, wenn man am Straßenrand steht? Anwohner der östlichen Hanfelder Straße wissen das, denn dort fahren nach diversen Zählungen und Berechnungen zwischen 12 000 und 13 000 Fahrzeuge pro Tag oder stehen dort in den Stoßzeiten. Am Bahnhofplatz etwa vor der Alten Oberschule sind es statistisch nur zehn Prozent weniger, gefühlt ist dort aber viel weniger los als auf der Hanfelder Straße. Das beweist: Die Kfz-Zahlen aus den Untersuchungen zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP), die vorige Woche vorgestellt worden sind, sagen wenig über wahrgenommene Belastung, Lärm und dergleichen. Aufschlussreich sind sie trotzdem, aber man muss genau hinschauen.

Die Übersicht rechts listet die Kfz-Zahlen für die acht von den Planern verglichenen Punkte im Stadtgebiet auf. Wichtig ist, auf welchen Punkt sie sich beziehen. Beispiel Hanfelder Straße: Die Planer haben den östlichen Teil etwa Höhe Schulstraße herangezogen – je näher es dem Ortsausgang geht, desto höher ist der Verkehr. Der Nullfall – außer der Westumfahrung gibt’s nichts – geht von fast 17 000 Fahrzeugen auf Höhe Klinikum aus. Das wäre immer noch weniger als heute (17 400) und zeigt die Wirkung der Westumfahrung. Ähnliches gilt für die Weilheimer Straße: Die Planer konzentrierten sich auf eine Stelle kurz vor der Söckinger Kreuzung – der südliche Teil der Weilheimer Straße vor den Portalen wäre im Planfall Tunnel logischerweise deutlich mehr belastet.

Zu beachten ist bei den Zahlen auch, dass es Werte für 24 Stunden sind – sie sagen wenig über die Spitzenzeiten aus. 12 000 Fahrzeuge in 24 Stunden bedeuten rechnerisch alle 14 Sekunden ein Auto. Nachts fährt kaum jemand, also sind es tagsüber mehr. Die Spitzenlasten werden erst noch genauer unter die Lupe genommen. 24-Stunden-Zahlen sagen an sich nichts über den Lkw-Anteil aus, der bei der Lärmbelastung eine Rolle spielt.

Die bekannten Darstellungen der beiden ortsnahen Trassen lassen keinen genauen Verlauf erkennen, nur einen Korridor. Tatsache ist aber, dass die innere Variante augenscheinlich durch Wohngebiete führt. Planer Jörn Janssen hatte sich in der Sitzung vorige Woche nicht festlegen wollen, ob bei der inneren Variante ein Tunnel nötig sei. Davon gehen viele aus, zumal das Gelände für eine Brücke über die Bahn unter Umständen weniger geeignet wäre. Die SPD vermutet erhebliche Folgen für die Bereiche Schwaige, Schlosshölzl, Starnberger Wiese, Rudolf-Widmann-Bogen und je nach Trasse Angerweide. Auffällig ist, dass die eingezeichneten groben Trassen vor der Würmbrücke am Autobahnende beginnen. Die Planer um Janssen haben die Trassen oberflächlich geprüft und halten sie für technisch machbar. Eine Detailprüfung gab es nicht. Ob es die geben wird, entscheidet sich Mitte März.

Die Präsentation kann sich jeder auf www.starnberg.de herunterladen.

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