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Wie geht es weiter in den Blumenläden? Die Mitarbeiter wurden gestern vom Insolvenzverwalter informiert.

Goldmann und Weigert

Zurück bleibt ein Riesenberg an Schulden

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Einen Riesenberg an Schulden hat die Goldmann und Weigert GmbH seit Mitte vergangenen Jahres angehäuft. Mittlerweile ist ein Insolvenzverwalter mit der Abwicklung des Unternehmens beauftragt.

Starnberg – Der Merkur-Bericht vom vergangenen Wochenende über die Schließung der Starnberger Filiale des Blumenhändlers Goldmann und Weigert und die Liquidierung des Unternehmens mit insgesamt sechs Filialen in München und Umgebung hat Reaktionen ausgelöst. Mehrere Händler im Blumenmarkt der Großmarkthalle in München haben eingeräumt, zu lange auf die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Unternehmen gebaut zu haben. Sie haben Geschäftsführer Markus Goldmann Zahlungsaufschub gewährt, nachdem der seit Juni 2016 seine Rechnungen für Schnittblumen und die Dinge des täglichen Bedarfs nicht mehr beglichen hatte.

Von dem Insolvenzantrag der Goldmann und Weigert GmbH wurden sie überrascht, erklärt Günter Herzog, Geschäftsführer des Blumenmarktes. Seinen Angaben zufolge haben etwa zehn Gärtnereien, „allesamt reginal produzierende Betriebe“, Forderungen gegen Goldmann und Weigert in insgesamt sechsstelliger Höhe. Bei einer Gärtnerin handele es sich um einen Betrag in Umfang eines Jahresumsatzes. 60 Jahre hätten diese Unternehmen teilweise in zweiter und dritter Generation mit dem Blumenhändler zusammengearbeitet, „und jetzt sind sie die angeschmierten Gläubiger einer insolventen GmbH“, beklagt Herzog.

Pleite im Merkur-Gespräch verschwiegen

Dass nicht mehr Markus Goldmann Herr des Verfahrens ist, sondern ein Insolvenzverwalter, bestätigt Josef Pfister, Vermieter der Goldman-und-Weigert-Filiale in Starnberg. Diesen Umstand hatte Goldmann im Gespräch mit unserer Zeitung verschwiegen. Auch sonst habe der Unternehmer einige Details des Geschehens in seinem Sinne geschönt.

Korrekt sei, so Pfister, dass man sich im Mai vergangenen Jahres auf die Verlängerung des Mietvertrages für das Ladenlokal an der Wittelsbacher Straße um weitere zwei Jahre verständigt habe. Überrascht sei er daher gewesen, als ihm Goldmann am 2. Dezember 2016 mitgeteilt habe, er wolle den Vertrag vorzeitig kündigen. Gesundheitliche Probleme habe der Mieter dafür angegeben und zugleich einen Nachmieter vorgeschlagen. Darauf wollte sich Pfister nicht einlassen, „aber nicht, weil ich kein Blumengeschäft mehr in meinen Räumen wünschte. Ich war lediglich skeptisch, einen von Goldmann vorgeschlagenen Floristen als Nachmieter zu akzeptieren“.

Pfister bleibt wohl auf den Räumungskosten sitzen

Nach 15 Jahren Geschäftsbeziehungen sei es opportun, sich Gedanken über die weitere Nutzung der Immobilie zu machen. Daher habe er seinem Mieter einen Aufhebungsvertrag zum 31. März 2017 angeboten: „Eine angemessene Kündigungsfrist darf sein.“ Goldmann habe darauf zunächst nicht reagiert. Zum Jahreswechsel habe er ihn gefragt, wie er sich die weitere Zukunft vorstelle, sagt Pfister. 

„Wir sind noch am basteln“, habe Goldmann entgegnet. Als Pfister gegen Ende Januar immer noch keine Antwort hatte, wandte er sich erneut an Goldmann. Der ließ ihn wissen, Insolvenzantrag gestellt zu haben. Den schwarzen Peter dafür habe er Pfister zugeschoben, weil der den vorgeschlagenen „solventen Nachmieter“ abgelehnt habe. Wie es nun weitergeht, weiß Pfister nicht. „Vermutlich bleibe ich auf den Kosten sitzen, die mit der Räumung des Blumengeschäfts verbunden sind“, sagte der Hauseigentümer, und dann werde man weitersehen.

Wie es in dem Verfahren weitergeht, hat Insolvenzverwalter Dr. Thomas Karg gestern Abend in einer Betriebsversammlung den Mitarbeitern von Goldmann und Weigert mitgeteilt. Daher wollte er sich gestern gegenüber unserer Zeitung dazu noch nicht äußern: „Die Mitarbeiter sollen es von mir und nicht zuerst aus der Zeitung erfahren“, bat er um Verständnis.

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