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Ziemlich lange musste sich Evi Liebl über den  Asphaltlagerplatz vor ihrer Ferienwohnung am Hirtwiesweg ärgern (wir berichtetem). Nun droht neues Ungemach.

Kanalarbeiten am Hirtwiesweg

Zweite Baustraße erhitzt die Gemüter

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Eine zweite Baustraße am Hirtwiesweg in Hanfeld sorgt für Diskussionen. Die Anwohner sind irritiert, der Abwasserverband beschwichtigt, die Stadt prüft.

Hanfeld – Die Hanfelderin Evi Liebl war gestern seit 7 Uhr in der Sache unterwegs: Am Freitag hatte der Abwasserverband Starnberger See angekündigt, dass für die seit Monaten andauernden Kanalarbeiten im Hirtwiesweg schon am heutigen Dienstag eine zweite Baustraße angelegt werden müsse. „Eine zukünftige Nutzung als Geh- und Radweg wird von der Stadt Starnberg anvisiert“, teilte Christoph Knobloch vom Verband den Anliegern mit. „Das kommt mir alles spanisch vor“, sagt Evi Liebl. Denn der Weg endet an einem Wendehammer. „Wo sollen die Fußgänger und Radler denn da hin?“ Sie sieht in dem Weg eine Erschließungsstraße für weitere Wohnbebauung in Richtung Süden, „die wir als Anlieger finanzieren sollen“. Abgesehen davon gebe es bereits eine Baustraße.

„Wir haben von der Maßnahme selbst kurzfristig erfahren“, erklärte gestern Verbands-Geschäftsleiter Norbert Impelmann. Das in Zukunft notwendige Material und die Gerätschaften könnten über die bisherige Baustraße offensichtlich nicht angeliefert werden. „Wie die Baustraßen gebaut werden, legt die Baufirma fest. Aber an einer Stelle ist es für die großen Fahrzeuge wohl zu eng. Die neue Straße würde wohl auch Zeit sparen.“

Nachdem das Grundstück für die zweite Baustraße auf Flächen der Stadt Starnberg liege, habe diese schnell ihr Okay gegeben und sich zugleich entschlossen, aus der neuen Baustraße im Anschluss einen Geh- und Radweg zu machen, sagte Impelmann. „Für uns ist das gut, dann muss sie nicht zurückgebaut werden.“ Die genaue Trassenführung werde in Rücksicht auf den bestehenden Bebauungsplan festgelegt.

Die Kosten für die Baustraße beziffert Impelmann auf etwa 5000 Euro. Als Mehrkosten könne man diese nicht bezeichnen, „weil sie grundsätzlich zu einer Baustelle dazugehören“. Der Baufirma sei auch kein Vorwurf zu machen. „Sie geht abschnittweise vor und hat eben jetzt festgestellt, dass eine weitere Straße besser wäre.“ Sämtliche Entscheidungen diesbezüglich seien erst in den vergangenen Tagen getroffen worden. „Wir konnten die Anwohner deshalb nicht früher informieren.“ Grundsätzlich geht Impelmann davon aus, dass die Kosten für den Geh- und Radweg insgesamt sinken, weil die gleiche Trasse benutzt werde. Wer was zahlt, darüber werde mit der Stadt Starnberg dann verhandelt.

Laut Sarah Buckel, eine Sprecherin der Stadt, werde der Verlauf der zweiten Baustraße nochmals geprüft. Abgesehen davon jedoch unterstütze die Stadt den Abwasserverband. Das Grundstück sei im Bebauungsplan als Geh- und Radweg festgesetzt, dieser sei ein „wichtiger Baustein im Rahmen der Dorfentwicklung“. Die Kosten für die Baustraße trage der Abwasserverband. _

Evi Liebl hat sich von der Stadt dennoch schriftlich versichern lassen, dass für die Anwohner keine weiteren Erschließungskosten entstehen. BLS-Stadtrat Franz Heidinger kann sich indes nicht vorstellen, dass die Baustraße nur 5000 Euro kosten soll. Er spricht von einem Schildbürgerstreich und einer völlig überholten Planung für den Geh- und Radweg. Und sein Fraktionskollege Michael Mignoli hat einen Fragenkatalog an den Abwasserverband und die Stadt formuliert. Einen Test vor Ort gibt es auch noch: Heidinger hat für gestern Abend einen großen Lkw bestellt, der die bestehende Baustraße ausprobieren soll.

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