Zensus-Ergebnisse

Starnberg, Stadt der Geschiedenen

Starnberg - Der Zensus 2011 hat in Starnberg ordentlich zugeschlagen: Nach den ersten Daten aus der volkszählungsähnlichen Befragung vor zwei Jahren fehlen der Stadt mit einem Schlag Einwohner. Nach denen sucht das Einwohnermeldeamt derzeit.

Die Stadt Starnberg hat deutlich weniger Einwohner als angenommen. Mehr als vier Prozent fehlen nach den vorläufigen Zahlen aus dem Zensus 2011. „Wir liegen eigentlich ganz gut, prüfen das aber gerade“, erklärt Ordnungsamtschef Augustin Ullmann. Irgendwo müssen die 1093 Starnberger ja abgeblieben sein. Die Zensus-Ergebnisse lassen aber auch an anderer Stelle aufhorchen.

Die vor wenigen Tagen veröffentlichen Zahlen geben einen Stand im Mai 2011 wieder, sind also auf den ersten Blick nicht übermäßig aktuell. Allerdings lassen sich auf dieser Basis andere aktuelle Daten hochrechnen und korrigieren. Beim Zensus wurden vor zwei Jahren rund zwölf Prozent der Haushalte im Landkreis per Fragebogen befragt; durch statistische Verfahren sind die Zahlen etwa noch genau wie die Volkszählung aus dem Jahr 1987, die heute noch Basis für viele Einstufungen sind. Ullmann zufolge sind Einwohnermeldedaten nie 100-prozentig genau, weil mancher sich nicht ummeldet oder andere Aspekte die Zahlen verwässern. Bis Herbst hat die Stadt Zeit, zu den Zensus-Zahlen Stellung zu nehmen. Folgen haben die neuen Zahlen Ullmann zufolge nicht, Rückzahlungen oder dergleichen stehen nicht an.

Einwohner: Laut Zensus hatte Starnberg im Mai 2011 exakt 22 165 Einwohner - das Rathaus ging hingegen von 23 258 aus. Der Zensus weist 46,3 Prozent Männer und 53,4 Prozent Frauen aus - die Stadt ist damit weiblicher als Kreis, Land und Bund. 89,1 Prozent der Starnberger sind Deutsche.

Altersstruktur: Starnberg fehlen zumindest nach den Zahlen des Zensus ein wenig die mittleren Altersklassen. 15 Prozent sind unter 15 Jahre alt und damit mehr als in Bayern (13,9 Prozent). Die Altersgruppe 18 bis 29 ist eher schwach - Starnberg hat ja keine Hochschulen. Bei den 30- bis 39-Jährigen liegt Starnberg mit 10,9 Prozent unter dem Durchschnitt in Land und Bund, bei den 40- bis 49-Jährigen darüber. 65 und älter sind laut Zensus 22,6 Prozent der Starnberger, in Bayern sind es 19,5 und in ganz Deutschland 20,6 Prozent. Das alles ist nicht neu, sondern als Trend seit langem bekannt.

Familienstand: 39,8 Prozent sind ledig, 45,4 Prozent verheiratet oder in Lebenspartnerschaften. 6,6 Prozent sind verwitwet, 8,2 Prozent geschieden. Letzteres ist ein deutlich höherer Wert als anderswo: Im Kreis sind es 7,2 Prozent, im Land 6,5 Prozent und im Bund 7 Prozent.

Religion: So katholisch, wie mancher denken mag, ist Starnberg nicht. 43,4 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch, wobei der Anteil bei Frauen erheblich höher ist als bei Männern. 19 Prozent sind evangelisch. 37,6 Prozent sind weder das eine noch das andere. Bei den Herren stellen jene, die keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft angehören, inzwischen mit 41,5 Prozent vor den Katholiken mit 40,8 Prozent die Mehrheit.

Mehr Zahlen

aus dem Zensus sind unter www.zensus2011.dezu finden, auch für Starnberg.

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