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Der Schockmoment: Der Amoklauf in München, aber auch Terroranschläge haben beim BRK im Landkreis zur Erkenntnis geführt, dass man sich für solche Fälle wappnen muss – eine Arbeitsgruppe plant bereits.

BRK-Kreisverband

Die Sorgen der Retter nach dem Amoklauf

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Starnberg - Umdenken beim Roten Kreuz nach den Terroranschlägen von Ansbach und Würzburg sowie dem Amoklauf von München: Eine Arbeitsgruppe soll unter anderem dafür sorgen, dass die Retter besser geschützt sind.

Der 22. Juli änderte alles. Der Tag, an dem Ali David S. in München Amok lief, neun Menschen tötete, mehr als 20 verletzte. An diesem furchtbaren Abend waren auch die Retter vom BRK-Kreisverband Starnberg im Einsatz. Schnell wurde klar: So professionell ausgebildet, so umfangreich sie ausgerüstet sind – darauf waren sie nicht vorbereitet. „Normalerweise fahren wir zum Einsatzort und helfen“, sagt Kreisbereitschaftsleiter Ludwig Rauch. Doch daran war rund um das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) nicht zu denken. „Zum ersten Mal mussten wir über Eigensicherung nachdenken, darüber, wie wir unsere Leute beschützen.“ Nach ersten Meldungen war man damals davon ausgegangen, dass mehrere Täter irgendwo auf der Flucht sind – womöglich auf der Suche nach neuen Opfern. Ein Verdacht, der sich zum Glück nicht bestätigte.

Dennoch hat dieses einschneidende Erlebnis beim BRK-Kreisverband einen Umdenkprozess in Gang gesetzt, sagt Ludwig Rauch. Dabei spielten auch die terroristischen Vorfälle in Ansbach, wo sich ein 27-jähriger Syrer bei einem Konzert in die Luft sprengte, und die Axt-Attacken in einem Nahverkehrszug in Würzburg eine Rolle. „Wir haben deswegen eine Arbeitsgruppe gegründet, an der die Führungskräfte aller Fachdienste beteiligt sind“, berichtet Rauch.

Innerhalb der Arbeitsgruppe, die bereits einmal zusammengekommen ist, soll unter anderem der Fall diskutiert werden, der hoffentlich nie eintritt: „Was machen wir, wie verhalten wir uns, wenn so etwas in Starnberg passiert“, sagt der Kreisbereitschaftsleiter.

Konzepte für den Fall, der hoffentlich nie eintritt

Die Verantwortlichen des Technischen Dienstes, des Betreuungs- und Sanitätsdienstes und der Kriseninterventionsdienst sollen Konzepte ausarbeiten, wie man sich in einem solchen Fall verhalten soll. Die nötige Ausrüstung spiele dabei eine Rolle, aber auch die Ausbildung und Betreuung der Führungskräfte und Helfer. Dabei sollen die Erfahrungen einfließen, die das Kriseninterventionsteam bei der Betreuung der Helfer am OEZ gemacht hat. „Früher hieß es immer, die Retter brauchen keine Betreuung, die setzen sich nach dem Einsatz einfach zusammen. Das ist vorbei“, sagt Rauch. Die Helfer müssten vorbereitet werden.

Und nicht nur das: Das BRK will sich in Zukunft noch viel intensiver mit der Polizei und den Feuerwehren abstimmen. „Das wird dadurch erleichtert, dass zahlreiche unserer Mitglieder ihren Dienst bei Feuerwehr und Polizei tun“, fügt der Kreisbereitschaftsleiter hinzu.

Nun gehe es unter anderem im Rahmen der Arbeitsgruppe auch darum, so genannte Sammelräume für den Fall der Fälle zu definieren, an denen die BRK-Retter zusammenkommen können, um darauf zu warten, dass die Polizei den eigentlichen Einsatzort gesichert hat. Allein diese Plätze zu finden, sei schwierig. Es dürften nicht zu viele Retter an einer Stelle sein, denn „es besteht die Gefahr des second hit, wenn ein Täter auf der Flucht ist“, so Rauch. Als „second hit“ wird das Horrorszenario bezeichnet, dass der Täter unter den Rettern Amok läuft, wenn er den eigentlichen Tatort verlassen hat. Deswegen sollen die Sammelpunkte auch als „Verschlusssache“ eingestuft und den Helfern erst im Einsatzfall mitgeteilt werden.

Beim ersten Zusammenkommen der Arbeitsgruppe sei es zunächst darum gegangen, Ideen zu sammeln, die die Grundlage für die Konzepte bilden sollen, die in den kommenden Monaten erarbeitet werden. Dessen ungeachtet soll es noch vor Beginn des Oktoberfestes in nicht einmal drei Wochen eine weitere Zusammenkunft des Arbeitskreises geben.

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