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Symbolbild

Gerichtsbericht

Schläge, Verkehrsgefährdung - Haft

Starnberg – Gleich fünf Anklagepunkte richteten sich am Amtsgericht dieser Tage gegen einen 28-jährigen Mann aus Starnberg.

Die Liste hatte es in sich: Dem strafrechtlich Vorbelasteten wurden vorsätzliche und gefährliche Körperverletzung, vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs sowie mehrere Autofahrten ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen. Seinen Führerschein hatte er bereits im Mai 2014 rechtlich unanfechtbar verloren. Nun verliert er für zwei Jahre auch seine Freiheit. 

Die zur Last gelegten Straftaten hatten sich allesamt im Zeitraum zwischen Oktober 2014 und Juli 2015 ereignet, zu den einzelnen Tatkomplexen mussten entsprechend viele Zeugen gehört werden. Die gravierendsten Vorkommnisse betrafen die frühere Freundin des Beschuldigten: Laut Anklage soll er die 22-Jährige in deren Kraillinger Wohnung bei einem handfesten Streit gegen einen Schrank gestoßen, am Hals gepackt und gewürgt, mit Faustschlägen und einem Tritt in die Rippen misshandelt haben.

Im Sommer 2015 hatte der Mann seine damals bereits von ihm getrennte „Ex“ am Kinderspielplatz dann sogar vor Zeugen erneut ins Gesicht geschlagen – den Fausthieb mit brennender Zigarette in der Hand stellte er vor Gericht nun als „Versehen“ dar. Sein Opfer hatte jedenfalls eine blutende Lippe und eine Brandblase davongetragen. Die Gewalttat war offenbar in Zusammenhang mit anderen Anklagepunkten gestanden. 

Die junge Frau hatte bei der Polizei ursprünglich angegeben, bei einem Verkehrszwischenfall am 7. Februar 2015 auf der Umgehungsstraße Unterbrunn zwischen Gilching und Starnberg am Steuer eines Fiat gesessen zu sein, dessen Fahrer einen Audi vorsätzlich von der Straße abzudrängen versucht hatte. Nach der Trennung hatte sie ihrem „Ex“ allerdings angekündigt, sie werde ihre Aussage widerrufen und sich damit selbst ein inzwischen abgeschlossenes Strafverfahren wegen Strafvereitelung eingehandelt. 

Den Vorfall auf der Staatsstraße 2096 schilderte der betroffene Audi-Fahrer aus Mammendorf recht drastisch: An der Einfahrt Unterbrunn-West habe ihm der einbiegende Fiat zunächst die Vorfahrt genommen, und als er diesen zur Vermeidung eines Unfalls habe überholen wollen, soll der Fiat-Fahrer dies durch Nach-links-Ziehen verhindert haben. Zwei weitere Überholversuche habe der Angeklagte in ähnlicher Weise vereitelt und dabei den Audi soweit abgedrängt, „dass wir beinahe die Straßenbegrenzungspfosten abgemäht hätten“, so die ebenfalls als Zeugin aussagende damalige Beifahrerin des Audi-Fahrers. 

Der Angeklagte bestritt, der Fahrer des Fiat gewesen zu sein, und gab lediglich eine weniger unfallträchtige, gleichwohl verbotene Fahrt mit demselben Fahrzeug vom Oktober 2014 zu. Damals hatte er den Wagen eines Arbeitskollegen angeblich „pro-begefahren“. Weitgehend ließ der 28-Jährige während der Verhandlung den Verteidiger sprechen, der für seinen Mandanten auch nur die Sache mit der brennenden Zigarette als „fahrlässige Körperverletzung“ einräumte, ansonsten aber Freispruch „im Zweifel“ forderte.

 Der Angeklagte sei nämlich mehrfach bei Bildvergleichen nicht identifiziert worden, so der Anwalt, „und wir waren ja alle nicht dabei“ bei den Vorfällen. Die Staatsanwältin sah hingegen alle Tatvorwürfe als bestätigt an und forderte eine zweijährige Freiheitsstrafe, weil sich ihrer Ansicht nach „rein gar nichts“ anführen ließ, was für eine nochmalige Bewährungsstrafe spreche. Das Urteil gegen den zuvor schon in offener Bewährung befindlichen Gelegenheitsarbeiter: zwei Jahre Vollzugsstrafe. Richterin Christine Conrad hatte wenig Verständnis für den jungen Mann – der Strafantrag der Anklagevertreterin sei sogar noch „maßvoll“ gewesen, merkte sie an.

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