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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Die 1000-Euro-Autowäsche

Starnberg – Angeklagte, die sich stellen, haben vor dem Kadi gute Karten.

So endete der Unfallfluchtprozess eines Starnberger Audi-Fahrers dieser Tage mit einer Verfahrenseinstellung, denn der 67-Jährige meldete sich am nächsten Tag bei der Polizei.

Mitte November war die Starnberger Tankstelle an der Münchner Straße gut frequentiert. Mühsam musste sich der Audi-Fahrer an der Autoschlange zur Waschanlage vorbeischlängeln. „Es war eng, aber ich bin durchgefahren und habe sonst nichts bemerkt“, so der Rentner. Erst tags darauf bemerkte die Ehefrau einen Lackstreifen am Audi. Der Angeklagte kam ins Nachdenken, kombinierte und setzte sich mit der Polizei in Verbindung: „Ich habe die Dienststelle angerufen, damit eine mögliche Zuordnung stattfinden kann. Für Unfallflucht habe ich keinen Anlass.“ In der Tat hatte der Audi einen BMW touchiert und an der Stoßstange beschädigt. „Es gab einen Ruck und ich habe gehupt“, so die geschädigte BMW-Fahrerin, deren rund 1700 Euro teurer Schaden bereits von der gegnerischen Versicherung beglichen wurde. Ganz Kavalier, entschuldigte sich der Angeklagte im Gerichtssaal bei der 61-Jährigen: „Ich bin miserabel schlecht gefahren.“ Selbstkritische Einsicht und ehrliche Reue stimmten Richterin Brigitte Braun milde: „Er könnte es bemerkt haben, muss es jedoch nicht. Zudem hat er sich am nächsten Tag selbst gestellt.“ Der Starnberger muss eine Geldauflage von 1000 Euro entrichten.  nh

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