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Das Landratsamt soll erweitert werden.

Landratsamt Starnberg

Sonne macht Anbau teurer

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Starnberg - Der Anbau ans Landratsamt soll ungeachtet der Kosten gebaut werden. Das empfahl der Kreisausschuss dem Kreistag, der in vier Wochen entscheiden wird. Die Kosten sind gestiegen – allerdings aus gutem Grund.

Der Anbau ans Starnberger Landratsamt wird nach neusten Zahlen 14,815 Millionen Euro kosten. Diese Summe beschloss der Kreisausschuss am Mittwoch und erweiterte das Projekt um eine Maximalausstattung an Fotovoltaikanlagen. Ein Antrag, den Anbau um mindestens drei Jahre zu verschieben, scheiterte.

Der wegen der massiven Kostensteigerungen etwas in Verruf geratene Anbau soll 159 Arbeitsplätze bieten, diverse Besprechungs- und Technikräume und direkt an das bestehende, preisgekrönte Landratsamt angeschlossen sein. Den „Fluch der ersten Zahl“, nämlich 6,5 Millionen Euro als Baukosten, versuchte Kreiskämmerer Stefan Pilgram erneut einzufangen. Die Summe basiere auf dem damaligen Bebauungsplan und sei ohne Einbeziehung von Fachplanern errechnet worden. Zudem sei der energetische Standard seinerzeit nicht klar gewesen.

So falsch war die Berechnung aber wieder nicht, denn nach den bundesweit durchschnittlichen Kosten beim Bau von Verwaltungsgebäuden kommt für die damalige Planung eine Summe in diesem Bereich heraus. Zudem ist das aktuell geplante Gebäude fast 75 Prozent größer als der Ur-Plan und der energetische Standard ist erhöht – das allein macht mehr als fünf Millionen Euro aus. Nach Durchschnittswerten für Arbeitsplätze in derartigen Gebäuden liege der Anbau Pilgram zufolge mit 58 868 Euro sogar günstig im Vergleich zu einem Bürogebäude mittleren Standards von 74 343 Euro. Dieser Vergleich bezieht sich allerdings nur auf die reinen Baukosten ohne Erschließung, Baunebenkosten (2,2 Millionen Euro), Außenanlagen und dergleichen.

Kreisräte ergeben sich ihrem Schicksal

Die Kreisräte haben sich mit Ausnahme der FDP in ihr Schicksal ergeben – sie können auch kaum anders, denn das Landratsamt leidet unter akuten Platzproblemen und muss laufend Abteilungen auslagern. Deswegen drehte sich die Debatte eher um spezielle Aspekte: Fotovoltaik und Parkplätze. Eine Maximierung der Solaranlagen auf den Dächern würde 165 000 Euro zusätzlich kosten und sich wohl binnen knapp zwölf Jahren rentieren. Die Anlagen sollen vor allem den Strombedarf des Gebäudes tagsüber decken, nur an arbeitsfreien Tagen wird ins öffentliche Netz eingespeist. Eine kleinere Variante würde 100 000 Euro Mehrkosten verursachen.

Darüber gingen die Meinungen auseinander: Martine Neubauer (Grüne) verwies auf die Vorbildfunktion des Landkreises, Matthias Vilsmayer (Freie Wähler) wollte sich die Investition sparen und die Energiegenossenschaft beauftragen. Das wiederum fand Landrat Karl Roth „nicht so prickelnd“, weil dann der Kreis seinen Strom nicht selbst verbrauchen könnte. Am Ende entschied sich der Kreisausschuss gegen zwei Stimmen für die Maximalvariante und stockte den Kostenrahmen für den ganzen Anbau auf 14,815 Millionen Euro auf. Das war mehr, als die SPD eigentlich mittragen wollte, tat es dann aber doch. Zusätzliche Parkplätzen allerdings blockte der Ausschuss ab.

Wasser in den Wein goss Dr. Oswald Gasser (FDP), der schon im Vorfeld eine Verschiebung des Anbaus beantragt hatte. Er sieht keinen wirklichen Willen zum Einsparen, weil an Größe und Ausstattung nicht gerüttelt worden war. Zudem hätte man an der Arbeitsplatzzahl sparen können, was Roth bestritt: Schon heute seien fast alle Besprechungsräume im Altbau in Büros umgewandelt worden. Es sei auch, betonte Gasser, nicht die richtige Zeit, sich vordringlich mit einem Amtsanbau zu befassen. Der Landrat hingegen sieht in der Finanzierung kein Problem, zumal die Zinsen historisch niedrig seien. Unter zwei Prozent seien es, deutete er an, nicht mehr neun oder zehn wie früher. „Da macht Finanzieren Spaß“ merkte er an. Der FDP-Antrag wurde gegen Gassers Stimme abgelehnt.

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