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Eine Hanf-Pflanze: Sie wird zur Herstellung von Rauschmitteln wie Marihuana verwendet. 

Aus dem Gerichtssaal

Polizei erntet Hanf-Plantage ab

Leutstetten - Ein Münchner (40) hat bei Leutstetten Hanf-Felder gepflegt. Zur Ernte kam die Polizei. Für den Mann gab es eine Bewährungsstrafe.

Die Sache wurde mit Hilfe eines Rechtsgesprächs relativ geräuschlos verhandelt: Ein Münchner (40) war im Sommer 2014 mit zwei ausgedehnten Hanf-Plantagen aufgeflogen, die er zwischen Leutstetten und Oberdill in freier Natur angelegt hatte. Der Drogenanbauer, der Eigenbedarf reklamierte, kam mit einer Bewährtungsstrafe davon. Die „Ernte“ hatte nicht er selbst, sondern die Polizei vorgenommen und im einen Fall 288 Gramm, im anderen 161 Gramm Pflanzen-Material sichergestellt; in der folgenden Durchsuchung eines nahe den Feldern aufgeschlagenen Zelts hatte man bei dem Selbstanbauer nochmals 6,6 Gramm aufbewahrtes Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von 14,5 Prozent THC entdeckt. 

Der nunmehr wegen unerlaubten Anbaus, Handeltreibens und Besitzes von Betäubungsmitteln belangte Programmierer erklärte dem Gericht, warum er das Hanf für die Marihuana-Produktion in so umfangreichem Ausmaß selber angebaut hatte – nämlich zum Eigenbedarf und nicht zum Weiterverkauf mit Gewinnerzielungsabsicht: „Ich hatte 2011 einen schweren Verkehrsunfall und dabei ein Frontzahn-Trauma erlitten.“ Um die Schmerzen zu lindern, habe man ihm das Marihuana sogar ärztlich verschrieben, so der Münchner: „Ich habe meine Eigenbehandlung dann auf diese Weise fortsetzen wollen, denn es half mir wirklich.“ Die Staatsanwaltschaft glaubte im Prozess dem Vortrag des Münchners in puncto „reiner Eigenbedarf“ zwar nicht so recht, stimmte im Rechtsgespräch aber einer Bewährungsstrafe zu, die Richterin Christine Conrad auf zwölf Monate bemaß. 

Als Auflage verhängte das Gericht 80 Stunden sozialer Dienste, von denen monatlich ab Rechtskraft des Urteils jeweils 20 abzuleisten sind. Der mit drei Voreintragungen – darunter einer einschlägigen – belastete Verurteilte muss außerdem drei unangemeldete Drogentests absolvieren und so dem Gericht nachweisen, dass er sich drogenfrei führt. Der Verteidiger sprach hinsichtlich dieser Verständigung mittels Rechtsgespräch von einer „sinnvollen Lösung“

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