Streitthema Rheinlandstraße

Stadt soll Karten auf den Tisch legen

Starnberg - In diesem Monat dürfte eine Vorentscheidung über den Plan der Stadt fallen, die Fahrtrichtung auf der Rheinlandstraße vor dem Gymnasium umzukehren. Die Idee findet bisher allerdings wenig Befürworter.

Über die Zukunft des städtischen Plans, die Rheinlandstraße als Ausweichstrecke dichtzumachen, wird in diesem Monat intensiv beraten. Für Mitte April ist ein Treffen zwischen Stadt, Landratsamt, Polizei und anderen Behörden geplant, bei dem die Stadt ihre Überlegungen zum Verkehr in Starnberg im Allgemeinen und zur Rheinlandstraße im Besonderen darlegen wird. Wie berichtet, hatte sich die Kreisbehörde ohne Kenntnis der Gesamtplanung außer Stande gesehen, über den Fahrtrichtungswechsel auf der Rheinlandstraße zu entscheiden.

Die Stadt will künftig den Verkehr nur noch aus Richtung Ferdinand-Maria-Straße in Richtung B2 laufen lassen und dort nur noch ein Abbiegen nach rechts Richtung Tutzinger-Hof-Platz zulassen. Dafür soll die Straße für rund 370 000 Euro umgebaut werden. Zur Begründung nannte die Stadt zum einen die Sicherheit für Schüler vor dem Gymnasium als auch den Durchgangsverkehr.

Der Plan stieß sofort auf massive Kritik. Anwohner wie Altlandrat Heinrich Frey meldeten Bedenken an, weil sie mehr Verkehr in den angrenzenden Wohngebieten wie der Himbselstraße fürchten. Stadtratsfraktionen wie CSU und UWG sprachen sich vehement dagegen aus. Die Polizei und das Landratsamt lehnten Stellungnahmen oder Entscheidungen ab, solange sie andere Änderungen im Verkehr nicht kennen – Verkehrsplanung ist ein bisschen wie Mikado, denn ändert man an einem Ende der Stadt etwas, kann es Folgen am anderen Ende haben.

Wichtig für die Entscheidung des Landratsamtes, das den Richtungswechsel auf der städtischen Rheinlandstraße seiner Ansicht nach wegen der Auswirkungen auf die Bundesstraße (Münchner Straße) genehmigen muss, dürfte die Einschätzung des Staatlichen Bauamtes Weilheim sein. Dessen Chef Michael Kordon hält das Vorgehen, den Gesamtplan zu berücksichtigen, für vernünftig. Die Stadt müsse nachweisen, welche Folgen die Richtungsumkehr für die B2 haben werde. Mehr Verkehr auf dem Teilstück am Tutzinger-Hof-Platz könne Störungen mit sich bringen. Kordon selbst kann sich nur schwer vorstellen, dass eine Zunahme auf der Münchner Straße nicht zu weiteren Behinderungen führen würde. Man werde das mit der Stadt gerne und offen diskutieren.

Derzeit fahren auf der Rheinlandstraße etwa 5000 Fahrzeuge pro Tag, nach Berechnungen der Stadt wären es nach dem Wechsel nur noch 500. Rückschluss: Diese rund 5000 Autos müssten woanders fahren, faktisch vor allem über den Tutzinger-Hof-Platz. Das wäre dort eine Zunahme des Verkehrs um rund 15 Prozent.

Der Arbeitskreis Verkehr der STAgenda, der sich in den vergangenen Monaten intensiv mit möglichen Verkehrslösungen für die Innenstadt befasst hat, hat sich über die Rheinlandstraße noch keine Meinung gebildet. Leiterin Irmgard Franken hält eine Gesamtbetrachtung für das einzig Sinnvolle. Eine Maßnahme, die auf den ersten Blick unsinnig erscheine, könne in einem Gesamtkonzept durchaus Sinn ergeben. Sie hofft, dass ihr Arbeitskreis von der Stadt eingebunden werde. Die Richtungsumkehr auf der Rheinlandstraße als Einzelmaßnahme hält sie für „ein bisschen schräg“.

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