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Symbolbild Waldkindergarten

Kinderbetreuung

Traum vom Waldkindergarten könnte schnell wahr werden

Machtlfing – Bisher ist es nur eine Idee: Gemeinsam mit Bürgermeisterin Anna Neppel wollen Eltern der Gemeinde Andechs ihre Kräfte bündeln, um einen Waldkindergarten zu realisieren.

„Wenn wir schnell wären, könnten wir ihn im Herbst eröffnen“, machte die Rathauschefin den 30 Besuchern beim Info-Abend in der Alten Schule in Machtlfing Mut. Eine spontane Unterschriftenliste zeigte: 13 Kinder wären heuer dabei. Das Modell eines Waldkindergartens könnte einen Weg aus dem derzeitigen Betreuungsengpass im Gemeindegebiet Andechs bieten.

„Alle unsere Kindergärten sind am Anschlag“, erklärte Anna Neppel. „Es gibt mehr Anmeldungen als Plätze. Wenn sich bei uns ein Waldkindergarten etabliert, wäre es keine Zwischenlösung, sondern hätte auch in Zukunft Bestand“, stellte sie klar. Dass Waldpädagogik ohnehin das pädagogische Konzept der Zukunft sei, erläuterte die Erzieherin Ramona Marx, die 2009 einen Waldkindergarten in Neuried gegründet hat. Was mit einer Handvoll Kinder und Bollerwagen begann, ist zu einem zweigrüppigen Kindergarten samt Hütte und Bauwagen angewachsen.

 „Man hat viele Optionen, einen Waldkindergarten liebevoll und schön zu gestalten“, sagte die Familien- und Kunsttherapeutin. Ihre Foto-Präsentation gab ein paar Einblicke: Die Kinder begrüßen sich im Morgenkreis, mal wird danach geschnitzt, an selbst gebastelten Staffeleien gemalt, mit Holz gewerkelt, gewandert oder gesungen. „Mindestens zwei Drittel der Zeit ist Freispielzeit“, erklärte sie. „Kinder haben so viele Ideen, sie müssen nicht bespaßt werden.“

Und dann gab die Expertin Tipps: Wichtig sei die Genehmigung für den Bauwagen, es braucht ein Konzept, belastbare Waldpädagogen und ein gutes Verhältnis zum Revierförster, von dem die Kinder zudem einiges über Pflanzen und Tiere lernen können. Wissen soll schließlich nicht verschult rüberkommen, sondern über all das vermittelt werden, was der Wald hergibt. Ramona Marx betonte: „Alles, was man von anderen Kindergärten kennt, ist im Wald möglich.“

 „Klingt paradiesisch“, urteilte eine Besucherin im Anschluss. „Wie können sich Kindern davon wieder losreißen?“, wollte sie von Ramona Marx wissen. Diese erklärte: „Kinder sind wie Früchte, die irgendwann reif sind. Jedes Kind freut sich auf die Schule!“ Ein Familienvater forderte Klartext: „Wann geht’s los?“ Die Bürgermeisterin antwortete: „Eigentlich müsste es in diesem Herbst machbar sein.“ Sie wolle im Gemeinderat diskutieren und sich beim Landratsamt informieren. In Sachen Standortsuche appelliert sie an die Bürger: „Machen Sie Vorschläge!“

 Ihr schwebe das Areal an der Erlinger Spornritt-Kiesgrube vor. Eine Trägerin scheint bereits gefunden. „Ich könnte es mir vorstellen“, sagte Ramona Marx. Bei Elterninitiativen bestehe die Gefahr, dass die Interessen zu weit auseinanderlägen. Ein Scheitern wolle sie vermeiden: „Im Waldkindergarten steckt mein ganzes Herzblut.“ Daher kam zum Ende auch noch einmal ihr Appell; „Wer noch für sein Kind Interesse an einem Platz im Waldkindergarten hätte, kann sich bitte bis spätestens 1. April 2016 im Rathaus Andechs melden."

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