Großer Auftritt nach kleinem Unfall

Starnberg - Eine Schauspielerin trat vor dem Starnberger Amtsgericht in einer ungewohnten Rolle auf - sie war wegen Unfallflucht angeklagt. Die Richterin hatte wenig Verständnis für die Schauspieleinlage.

Im Juli hatte die 79-Jährige beim Spurwechsel auf der Leutstettener Straße in Starnberg einen Audi touchiert. „Ich stand an der Ampel und die Angeklagte überholte mich von hinten. Sie hat mich leicht von hinten gestreift. Es gab ein kurzes Geräusch und eine minimale Erschütterung“, schilderte die geschädigte Audi-Fahrerin den Unfallhergang als eher unspektakulär. Da die 40-Jährige davon ausging, dass die unbeirrt weiterfahrende Peugeot-Fahrerin nichts bemerkt hatte, schritt sie nicht zur Anzeige, sondern holte zunächst Fahrerauskunft beim Landratsamt ein.

Richterin Christine Conrad hielt sich mit ihrer Einschätzung an die Ausführungen des Unfallanalytikers. Hiernach müsste die 79-Jährige die Streifkollision nicht zwingend gespürt, aber deutlich gehört haben. 

Minuspunkte sammelte die elegante Schauspielerin vor dem Kadi nicht zuletzt durch ihr allzu emotionales Gebaren. Ausdrucksstark und echauffiert betonte die Starnbergerin immer wieder ihre Unschuld und geriet dabei mehr und mehr in Rage. Richterin Conrad wies die Angeklagte schließlich deutlich in die Schranken: „Ich werde diese hysterischen Anfälle nicht weiter hinnehmen – hören Sie auf mit Ihrem Geschnaufe.“

Richterin Conrad hielt die Unfallflucht für erwiesen. Die Peugeot-Fahrerin verließ das Starnberger Amtsgericht mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 15 Euro.

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