Weihnachtlicher Bahnhof: Die Stadt sucht vorsorglich Betreiber des geplanten Kulturbahnhofes. Foto: Andrea Jaksch

Betreiber gesucht

Wer will Starnbergs Schmuckstück?

Starnberg - Wer will den Starnberger Bahnhof See sanieren und betreiben? Mit einem speziellen Verfahren sucht die Stadt derzeit Interessenten.

Mit Hilfe eines so genannten Interessensbekundungsverfahrens versucht die Stadt Starnberg in den nächsten Wochen, eine Firma und/oder eine Organisation zu finden, die den denkmalgeschützten historischen Seebahnhof umbaut und saniert sowie sich künftig um Nutzung und Betrieb kümmert. Fristende zur Abgabe der Angebote ist der 15. Februar 2016. Es handelt sich nicht um eine öffentliche Ausschreibung.

„Wir forcieren das, weil es ein wichtiges Thema für die Stadt ist“, sagte Bürgermeisterin Eva John gestern auf Anfrage. Das Ergebnis will sie zur Grundlage eventuell nötiger weiterer politischer Entscheidungen machen. Wie berichtet, haben der Stadtrat und seine Ausschüsse vor der Kommunalwahl 2014 schon etlichen Gehirnschmalz darauf verwendet festzulegen, was mit dem 1854 von Friedrich Bürklein erbauten Bahnhofs-Schmuckstück in Zukunft geschehen soll. Große Einigkeit bestand zu allen Zeiten darin, in dem Gebäude kulturelle, öffentliche und gastronomische Nutzung zu ermöglichen. Im Februar 2013 wurden erste Skizzen des Münchner Architekturbüros Goetz Castorph in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgelegt und diskutiert. Der Bauausschuss des Stadtrates entschied dann am 21. März 2013, eine Entwurfsplanung in Auftrag zu geben.

Kultur, Gastronomie und ein bisschen Tourismus

Grundlage sollte folgendes Nutzungskonzept sein: Im Erdgeschoss stellte man sich Räume für Kultur (König- Ludwig-Saal), touristische Information sowie Gastronomie vor. Auch im Obergeschoss waren Kultur, Veranstaltungsräume und gastronomische Nutzung geplant. Das Dachgeschoss sollte für Lager und Technik genutzt werden.

Das Rathaus betont, dass der Bahnhof See Eigentum der Stadt bleibt. Es gehe jedoch um langfristige Verpachtung. Der gesuchte Pächter müsse ein wirtschaftliches Konzept vorlegen können, das die Stadt von allen Kosten der Bewirtschaftung und Instandhaltung sowie Pflege der genutzten Außenflächen befreit. „Sollte sich eine Fremdvergabe nicht realisieren lassen, wird die Stadt die Gebäudesanierung und die technische Ausstattung selbst planen, baulich umsetzen und finanzieren“, heißt es in den Unterlagen, die auf der Homepage der Stadt veröffentlicht sind. „Wir müssen immer prüfen ob ein Privater oder die Stadt eine Aufgabe besser erledigen kann“, sagte John. Die Sanierung des Bahnhofs dürfte groben Schätzungen nach mehrere Millionen Euro kosten.

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