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Brauerei-Inhaber mit Expansionsplänen: Florian Schuh möchte mit seinem 2016 gegründeten Starnberger Brauhaus von Höhenrain nach Feldafing ziehen. 

Umzug auf die andere Seite des Starnberger Sees

Starnberger Brauhaus will nach Wieling

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Das Starnberger Brauhaus will von Höhenrain nach Wieling ziehen und dort seine Kapazitäten massiv erweitern. Der Feldafinger Gemeinderat spricht am kommenden Dienstag über die Umzugspläne.

Höhenrain/Feldafing – Das Starnberger Brauhaus, das seit Jahren händeringend Erweiterungsflächen rund um den Starnberger See sucht, ist in Feldafing fündig geworden. Bürgermeister Bernhard Sontheim wünscht sich, dass ein Umzug der Brauerei in das Gewerbegebiet Wieling klappt. „Eine Brauerei zu haben, ist eine Zierde und eine Ehre für jede Gemeinde.“ Für Inhaber Florian Schuh ist der Standort Wieling vor allem deshalb so interessant, weil er schnell ein neues Sudhaus bauen könnte. Vorausgesetzt, die Änderungswünsche für den Bebauungsplan des Wielinger Gewerbegebiets passieren am kommenden Dienstag den Gemeinderat. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Feldafinger Rathaus.

Das neue Brauhaus könnte auf dem schmalen Areal zwischen der Firma Packsys und der B2 entstehen. Dort baut auch die Tutzinger Firma Steinmüller ein neues Firmengebäude. Auch für dieses Vorhaben waren Änderungen am Bebauungsplan nötig.

Schuh wird sein Brauerei-Konzept den Gemeinderäten selbst vorstellen. Er schränkt aber ein: „Die Entscheidung für Wieling ist bei uns noch nicht zu 100 Prozent gefallen.“ Es gebe ein anderes Grundstück, das ebenfalls interessant sei. In Wieling hält er die notwendigen Bebauungsplanänderungen für durchaus anspruchsvoll. „Wenn der Bebauungsplan abwasserintensive Betriebe ausschließt, dann ist eine Brauerei problematisch“, sagt er. „Dann ginge es nicht. Es wäre kein nicht wollen, sondern ein nicht können.“

Schuh könnte zudem durchaus ein größeres Grundstück brauchen. Bürgermeister Sontheim bestätigt, dass die Brauerei jeden Quadratzentimeter Fläche ausnutzen wolle. Er ist trotzdem von der Idee überzeugt: „Das Gebäude wird in etwa so groß wie das von Steinmüller, die erlaubte Traufhöhe muss um rund 60 Zentimeter angehoben werden.“ Geplant seien sowohl beim Brauhaus als auch bei Steinmüller Satteldächer, so dass das ganze Ensemble mit dem Packsys-Gebäude nebenan harmonischer daherkomme.

Schuh möchte in Wieling ein 80-Hektoliter-Sudhaus errichten, dazu die notwendigen Kessel. Aktuell in Höhenrain steht ein Zehn-Hektoliter-Sudhaus. In diesem Jahr produzieren die Starnberger in Höhenrain 900 000 Liter und sind damit absolut am Limit angelangt. Wenn alles glatt läuft, könnte das Starnberger Brauhaus im Frühjahr mit dem Bau starten.

Sontheim und Schuh sind schon länger im Gespräch. Der Kontakt kam über den Wirtschaftsförderer des Landkreises, Christoph Winkelkötter, zustande. Ursprünglich war eine Fläche auf dem Kasernengelände im Gespräch. Doch es dauert bekanntlich, bis dort überhaupt etwas realisiert werden kann.

Schuh und auch Sontheim sehen das Konversionsgelände durchaus als weitere potenzielle Expansionsfläche für das Starnberger Brauhaus. Schuh gerät regelrecht ins Schwärmen: „Unser Langfristplan für das Kasernengelände wäre eine Abfüllanlage, mehrere Tankkapazitäten und ein Bräustüberl mit einem schönen Biergarten.“

Die Feldafinger können das Bier des Starnberger Brauhauses bei der Maifeier 2020 kennen lernen. Die Brauerei wird dort ausschenken.

Bergs Bürgermeister Rupert Monn bedauert den Weggang des Brauhauses. „Mir tut es um jeden Gewerbebetrieb leid, der die Gemeinde verlässt.“

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