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Eduard „Edi“ Konrad: Eines der letzten Starnberger Originale ist tot.

Nachruf

Ein Starnberger Original ist tot

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Starnberg - Er war eines der letzten Starnberger Originale: Eduard „Edi“ Konrad ist an Silvester im Alter von 79Jahren gestorben.

Er war belesen, gutmütig, geschichtlich und politisch interessiert, tierlieb, liebenswürdig, in seine zwei Enkelkinder vernarrt – und er war hilfsbereit, unvorstellbar hilfsbereit. Wer Eduard „Edi“ Konrad kannte, überschlägt sich in Superlativen, wenn er von ihm spricht. Und der „Edi“ war vor allem auch noch eines der letzten Originale von Starnberg. Viele haben ihn nur gekannt als den immer freundlich lächelnden Radlfahrer, der nicht zu übersehen war mit der langen weiß-blauen Bayern-Fahne am Gepäckträger seines Radls. Für viele überraschend ist Eduard Konrad gestorben, kurz vor seinem 80. Geburtstag. Am Silvestertag hat er den Kampf gegen die tückische Krankheit verloren. Seine engsten Freunde und Bekannten wussten, wie schwer krank „Edi“ war. Er selbst wusste auch, dass er sterben wird.

Dennoch hat er sich geweigert, sich operieren zu lassen. Denn die Folgen hätte er nicht ertragen wollen. Er wusste, er hätte auf vieles verzichten müssen, auf Süßes, auf Deftiges – und er hätte regelmäßig starke Medikamente einnehmen und sich spritzen müssen. Das wäre kein lebenswertes Leben mehr gewesen, keines, das „Edi“ leben wollte.

So ergab er sich in sein Schicksal, nahm die Krankheit an. Mit seiner Frau suchte er den Bestatter auf. Beide bereiteten gemeinsam seine Beerdigung vor.

Der am 7. März 1937 geborene und in Buchhof aufgewachsene Eduard Konrad hinterlässt viele Lücken. Bei seiner Familie – Ehefrau, Sohn, Schwiegertochter, Enkeln und Schwester – sowieso. Aber auch bei vielen Starnbergern, die er regelmäßig besucht, mit ihnen geratscht und diskutiert hat. Sie umsorgte er, als großer Pflanzenfreund pflegte er deren Blumen – wie in der Geschäftsstelle unserer Zeitung in Starnberg.

Für sie erledigte er kleine Botengänge. Oder besorgte ihnen etwas, wie seinem früheren Chef, dem Druckereibesitzer Josef Jägerhuber senior: „Der Edi hat mich jeden Morgen besucht und mir die Semmeln gebracht und was ich sonst noch für eine Brotzeit brauchte.“ Bei Jägerhuber hat Konrad ab 1951 Schriftsetzer gelernt. In der Starnberger Druckerei war er tätig, später auch als Drucker, bis zum Herbst 1997. Er wird den Starnbergern fehlen.

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