Aus dem Gerichtssaal

Im Vollrausch aufgefahren

Ein Starnberger krachte mit 1,9 Promille Alkohol im Blut in den BMW einer Münchner Familie. 

Berg – Ende April dieses Jahres krachte ein betrunkener Starnberger mit seinem VW in Berg von hinten in den BMW einer Münchner Familie. Nicht ohne juristische Folgen. Dieser Tage musste sich der damals mit 1,9 Promille alkoholisierte Lagerist wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Der Führerschein des 41-Jährigen war bereits am Tattag konfisziert worden.

Zwar räumte der Angeklagte vor Gericht die Trunkenheitsfahrt sofort ein, die anderen Beschuldigungen wies der VW-Fahrer jedoch entschieden von sich. „Alles andere ist durch eine Vorfahrtsverletzung durch den Geschädigten entstanden. Es handelt sich nicht einmal um ein Mitverschulden, denn der Unfall war für meinen Mandanten nicht vermeidbar“, sagte sein Rechtsanwalt.

Richterin zum Unfall: „Es hat schon richtig gekracht“

Im Zeugenstand ließ der 47-jährige Münchner Familienvater, der an jenem Aprilabend den BMW steuerte, den Heckaufprall auf der Staatsstraße 2070 in Berg Revue passieren. „Ich bin mit meiner Familie im Auto links in die Staatsstraße abgebogen. Als wir etwa zehn bis 20 Sekunden gefahren sind, kam die Kollision. Wir haben einen Schlag von hinten gespürt.“ Er und sein 13-jähriger Sohn wurden durch den Aufprall des VW nicht verletzt. Seine Ehefrau sowie die 17-jährige Tochter erlitten eine HWS-Distorsion mit Rückenschmerzen. Die Mutter trug als Folgeschaden des Unfalls einen Bandscheibenvorfall davon und befindet sich seither in ständiger Behandlung.

Was es nun schlichte Vorfahrtsverletzung oder Fehlversagen im Rausch? Das will Richterin Christine Conrad genau klären. „Das war kein leichter Unfall. Es hat schon richtig gekracht“, unterstrich sie in der Verhandlung. Nachdem auch ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen nicht zu einer Einigung führte, setzte das Gericht die Verhandlung aus. Bis zur Fortsetzung Ende Februar oder Anfang März soll ein unfallanalytisches Sachverständigen-Gutachten eingeholt werden. Zudem soll ein Polizeibeamter im Zeugenstand aussagen.

Von Nilda Höhlein

Rubriklistenbild: © dpa

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