Der neue Vorstand der WPS wurde in nicht öffentlicher Sitzung gewählt und besteht aus Prof. Günther Picker, Georg Stahl, Maria Eisenberger, Markus Moser, Angelika Kammerl und Prof. Helmut Bomhard (v.l.). Foto: SvJ

Anbau ans Landratsamt

WPS kritisiert Landrat: „Luxusluxusanbau“

Starnberg - Die WPS gibt sich kompromissbereit, sieht aber kein Entgegenkommen der Tunnel-Befürworter. Der wiedergewählte Vorsitzende Prof. Günther Picker kritisierte Landrat Karl Roth scharf.

Um Kompromissfähigkeit warb der neue und alte Vorsitzende der Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS), Prof. Günther Picker, bei der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen am Montagabend. In der Politik müsse man nicht immer mit dem angepeilten Endprodukt anfangen: „Man sollte nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen wollen.“

Anlass für die Mahnung war die Bitte von Carola Rieskamp-Schmid, nicht nur eine ortsnahe Umfahrung für Starnberg zu verfolgen, sondern „die ortsferne Variante mitdenken“. Auch der Chef der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel, Dr. Klaus Huber, plädierte dafür, eine Planung für das große Ganze zunächst in „kleine Einzelteile“ zu zerlegen und diese dann mit der jeweils davon betroffenen Bevölkerung zu diskutieren. So falle es allen leichter, Kompromisslösungen zu finden.

Kritik mussten die WPS-Stadträte dennoch einstecken: „Kompromisse macht man nur, wenn die Gegenseite auch etwas anbietet.“ Das habe er nicht gesehen, als die WPS zugestimmt habe, alle zustimmenden Beschlüsse in Sachen B 2-Tunnel nur auszusetzen, statt wie ursprünglich beantragt aufzuheben, kritisierte Dr. Albert Schulz. Huber hatte zuvor erklärt, man sei der Tunnelallianz entgegengekommen, weil man auch über das Aussetzen der Beschlüsse erreichen konnte, dass die Umfahrungsmöglichkeiten jetzt „auf Augenhöhe“ dem Tunnel gegenüber gestellt werden können. Picker sprach vom Aussetzen „um des lieben Friedens willen“.

Vor dem öffentlichen Teil der Jahreshauptversammlung hatte die WPS ihren Vorstand in wie immer nicht öffentlicher Sitzung neu gewählt. Der erfuhr dabei nur geringe Veränderung: Pickers Stellvertreter ist wie bisher Georg Stahl, Schatzmeisterin Angelika Kammerl. Markus Mooser wechselte vom Schriftführer – neu jetzt Marion Eisenberger – in den Posten eines weiteren Vorstands, dem auch Prof. Helmut Bomhard wieder angehört. Ausgeschieden ist Helmut Kröniger. Der Beirat der WPS besteht aus Maximilian Ardelt, Irmgard Freitag, Dr. Klaus Huber, Willi Illguth, Franz Kindlein, Helge Leuschner, Sieglinde Loesti, Margit Remke und Hans Peter Schulz.

Für Picker bleibt es wichtig, dass die Stadt im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bundesverkehrswegeplan 2030 darauf hinweist, dass dem nun „auf Eis gelegten“ Tunnel eine „unzutreffend hohe städtebauliche Bedeutung und hoher Nutzen im Vergleich zu den Kosten“ bescheinigt worden sei. Den Tunnelbefürwortern rief er zu: „Sie sollten den Mut haben, nach 30 Jahren umzukehren.“ Harsche Kritik übte er auch an der Schuldenpolitik des Landrates und dessen geplanten „Luxusluxusanbaus“. Picker empfahl stattdessen eine Außenstelle des Landratsamtes in einem leer stehenden Gebäude im Gewerbegebiet zu planen.

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