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Im blendfreien, neuen LED-Licht der Tennishalle an der Gautinger Straße in Starnberg wollen die neuen Betreiber Rolf (l.) und Richard von Rheinbaben demnächst die Schläger schwingen.

Starnberger Tennisanlage

Weißer Sport hat wieder Zukunft

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Neuer Name, neuer Schwung. Die Tennispark Starnberg GmbH ist liquidiert. Mit der eurobuch Tennisanlage wagen Richard und Rolf von Rheinbaben, Vorstände der Mediantis AG, einen Neuanfang.

Starnberg – Gute Nachricht für die Anhänger des weißen Sports in Starnberg. Der Tennissport hat an der Gautinger Straße eine Zukunft. Offiziell zum 1. Mai hat eurobuch.com, eine Tochter der Tutzinger Mediantis AG, den Betrieb der vor mehr als 30 Jahren gegründeten Anlage übernommen. Die Investoren sind die Brüder Richard und Rolf von Rheinbaben, beide begeisterte Tennisspieler. Seit Wochen läuft die Sanierung der Anlage mit sechs Spielfeldern in der Halle und zunächst fünf Außenplätzen.

-Die rechtliche Situation: Im Herbst vorigen Jahres hatte der Starnberger Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, den Heimfall des an die Tennispark Starnberg GmbH ausgegebenen Erbbaurechts zu erklären. Die Rücknahme dieses Rechtes stand der Stadt als Eigentümerin des Grundstücks, auf dem die Tennishalle samt Gastronomieflächen steht, zu, nachdem auf Antrag der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg, Hauptgläubigerin der Tennispark GmbH, die Zwangsverwaltung durchgesetzt und daraufhin Betreiber Peter Lang Insolvenz angemeldet hatte.

Auf den Heimfall, also die Zurücknahme des Erbbaurechts und damit auch die Beendigung des Erbbaurechtsvertrages, hat die Stadt im Januar dann verzichtet. Damit war der Weg für den Insolvenzverwalter frei, die Investorensuche wieder aufzunehmen. Mit den Brüdern von Rheinbaben aus Tutzing wurde er einig. Sie unterschrieben am 19. April den notariellen Vertrag zur Übernahme der Anlage. Das Vorkaufsrecht der Stadt Starnberg ist am 7. Juli abgelaufen. Somit sind die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, dass zumindest der Hallenbetrieb gesichert ist. Allerdings fehlen noch zwei Formalien.

Der Insolvenzverwalter hatte bei der Stadt um Zustimmung zur Übertragung der Erbbaurechte von der Tennispark GmbH auf die eurobuch.com nachgesucht. Diese Zustimmung steht noch aus. Nach Angaben von Richard von Rheinbaben könnte die Stadt nur dann ein Veto einlegen, wenn sie zum Beispiel nachwiese, die Investoren seien unzuverlässig. Des Weiteren hat der Insolvenzverwalter die zweite Option aus dem Erbbaurechtsvertrag gezogen, diesen um weitere zehn Jahre zu verlängern. Auch dafür steht die Zustimmung der Stadt noch aus. Die erste Verlängerungsoption hatte Peter Lang erfolgreich gezogen, auch wenn er dafür gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen musste. Der Vertrag läuft derzeit noch für die ersten vier Hallenplätze bis 2020, für die zwei weiteren, weil später gebauten Plätze, bis 2023.

Mit der Verlängerung um zehn Jahre wären die Investoren auf der unternehmerisch sicheren Seite, erklärten sie am Mittwochabend in einem Pressegespräch. Wegen der Außenplätze sind die Investoren mit der Bayerische Hausbau als Eigentümerin der Flächen in Verhandlungen. Erste Vereinbarung sind nach ihren Angaben getroffen worden.

-Die finanzielle Situation: Richard und Rolf von Rheinbaben wollen maximal eine Million Euro in die Halle investieren. Die Hälfte dieses Betrages ist bereits an die VR Bank geflossen. Damit haben die Investoren die Verbindlichkeiten der Tennispark GmbH auf einen Schlag abgelöst. Die Schulden der GmbH beliefen sich nach Peter Langs Angaben auf 1,4 Millionen Euro, im Insolvenzverfahren war eine Summe von 1,7 Millionen Euro genannt worden. Die zweite Hälfte der Investitionssumme stecken die Brüder in die Sanierung der Anlage.

-Sanierung und Umbau: Fünf der acht Sandplätze sind für die laufende Sommersaison hergerichtet worden. Rolf von Rheinbaben: „Das reicht für den aktuellen Spielbetrieb.“ Die Grünanlagen wurden zum Teil neu gestaltet und durchforstet. In der Halle ist die komplette Lichtanlage auf LED-Lampen umgestellt worden. Die Zeitschaltuhren mit Münzeinwurf werden abgebaut. Die Lichtkosten sind in den Platzgebühren enthalten.

Insgesamt haben von Rheinbabens die Preise gesenkt, um die Unannehmlichkeiten für die Tennisspieler während der Renovierung auszugleichen, wie sie sagen. Weitere fünfstellige Summen investieren die Brüder in ein automatisiertes Buchungssystem, das einen Hallenbetrieb rund um die Uhr ermöglichen soll. Rundum saniert werden die sanitären Anlagen. Das Dach bekommt ein leistungsfähigeres Entwässerungssystem. Weit fortgeschritten ist die Renovierung der Gaststätte. Noch unschlüssig sind die Investoren, ob dort künftig wieder eine Vollküche mit vollständiger Speisenzubereitung eingerichtet wird. Zunächst wird die Versorgung der Gäste mit Getränken gesichert. Auch sollen kleinere Speisen – warm und kalt – in Bistro-Weise angeboten werden: vorbereitete Snacks, die vor Ort nur noch erwärmt werden müssen.

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