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Großes Interesse an Zahlen: Im Starnberger Projektausschuss Verkehrsentwicklung hörten am Donnerstagabend an die 150 Bürger zu.

Starnberger Verkehrslösung

Zahlen liegen vor, bewerten muss sie die Stadt selbst

Starnberg - Die Planer des Starnberger Verkehrsentwicklungsplanes haben am Donnerstagabend erste Ergebnisse vorgelegt. Bewerten muss die der Stadtrat aber schon selbst.

Starnberg ist bei der Verkehrsfrage ein gutes Stück schlauer - es liegen Zahlen von vergleichenden Untersuchungen von B2-Tunnel und möglichen Umfahrungen vor. Jörn Janssen, Verkehrsplaner vom Büro shp Ingenieure, legte im Projektausschuss Verkehrsentwicklung am Donnerstagabend vor rund 150 Zuhörern eine Umgehungsstrasse auf den Tisch, die bisher kaum jemand auf dem Schirm hatte. Der Verkehrsexperte ließ sich von nur einem Leitsatz lenken: Was bringt die höchste Entlastung? Genau darum ging es, weswegen die ersten Ergebnisse aus dem Verkehrsentwicklungsplan vor allem aus einem bestehen: Zahlen. Eine klare Entscheidung der Frage „Tunnel oder Umfahrung“ brachten sie nicht, und Jörn Janssen vermied es tunlichst, sich auf eine Aussage dazu einzulassen.

Janssen und seine Kollegen hatten vier Fälle untersucht: Den Verkehr im Jahr 2030 mit dem B 2-Tunnel, mit einer ortsfernen Umfahrung – im Groben die so genannte Jann-Trasse zwischen Waldkreuzung und A 95 – und einer ortsnahen Umfahrung. Dafür gab es Korridore. Aus der Ortsnahen machten die Planer zwei: eine äußere und eine innere. Janssens Mitarbeiter Patrick Kühn gestern: „Je näher man an den Ort kommt, desto größer die Entlastung.“ Die äußere Variante geht vom Autobahnende bei Percha bis zur Hanfelder Umgehung und nördlich des Ortes dann zur Westumfahrung. Die innere Variante verläuft deutlich südlicher und auch südlich an Hanfeld vorbei zur Westumfahrung. 

Die entscheidende Frage war eine andere: Was bringt’s?

Veränderungen von fünf Prozent nach oben oder unten im Vergleich zur erwarteten Verkehrsbelastung ohne irgendeine Lösung bis 2030 haben Janssens Planer als Gleichstand gewertet – solche Schwankungen treten täglich auf. Erst 15 Prozent Veränderung sind wahrnehmbar. Um den Zahlenwust zu strukturieren, haben die Planer acht Punkte verglichen und die Entlastung in Stufen eingeteilt: Weilheimer Straße, Bahnhofplatz, östlicher Ortseingang, Gautinger, Münchner, Hanfelder Straße/Tutzinger-Hof-Platz, Haupt- und Söckinger Straße. 

B 2-Tunnel: Erhebliche Entlastungen bringt er für nördliche Weilheimer Straße und Bahnhofplatz (Abnahme mehr als 50 Prozent), aber auch eine Mehrbelastung von Söcking (Zunahme um 15 bis 50 Prozent). Entlastet werden auch Münchner und Hauptstraße, der Rest nicht.

Ortsferne Umfahrung: Entlastungen bis 50 Prozent bringt sie für den östlichen Ortseingang und die Söckinger Straße. An allen anderen Stellen änderte sich sehr wenig. Sie hat auf den ersten Blick die geringste Wirkung von allen Lösungen. 

Ortsnahe Umfahrung, äußere Variante: Erhebliche Entlastungen (mehr als 50 Prozent) für Söckinger Straße und Ortseingang Ost, deutliche Entlastung (15 bis 50 Prozent) für Weilheimer, Münchner, Hanfelder und Hauptstraße. Höher belastet (15 bis 50 Prozent) wäre die Gautinger Straße – sie wäre auch an die Trasse angebunden. 

Ortsnahe Umfahrung, innere Variante: Wie die äußere, jedoch entlastet sie laut Janssen Haupt- und Münchner Straße stärker (mehr als 50 Prozent). Auf den ersten Blick hat sie insgesamt die höchste Entlastungswirkung. 

Die Zahlen bilden nicht alles ab, denn: Sie beziehen sich auf die Zahl der Fahrzeuge in 24 Stunden, nicht auf Spitzenzeiten und damit Staus. Diese Werte werden Janssen zufolge erst später im VEP-Verfahren untersucht. Die Daten werden allen Stadträten übergeben, am 3. März will sich der Ausschuss mit der Bewertung befassen. Janssens Rat: Wenn dem Stadtrat eine Stelle besonders wichtig sei, etwa der Bahnhofplatz, müsse dessen Entlastung doppelt oder dreifach gezählt werden. Das könnte die scheinbare Reihenfolge der Lösungen deutlich ändern. 

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