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Bis kurz vor Schluss gut in Schuss: Kira Weidle schied beim Super G drei Tore vor dem Ziel aus.

Ski-Weltcup

Kira Weidle scheitert am drittletzten Tor

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Starnberg - Das hatte sich Kira Weidle doch etwas anders vorgestellt. Bei ihrem ersten Weltcup-Heimrennen gestern in Garmisch-Partenkirchen schied die 19-jährige Skirennläuferin aus Starnberg im Super G drei Tore vor dem Ziel aus.

Kira Weidle schüttelte nur noch den Kopf. Sie war stinksauer. Nicht auf die ruppige und bei frühlingshaften Temperaturen wachsweiche Piste, nicht auf die vielen Rennunterbrechungen, die wegen einiger Stürze von Läuferinnen vor ihr notwendig waren und sie in der Konzentration störten. Und auch nicht auf ihr bei diesen Verhältnissen schwer abzustimmendes Material – das hatte gepasst. Sie ärgerte sich allein über sich selbst, über ihren dummen Fauxpas wenige Meter vor der Ziellinie. „Ich bin schon ziemlich enttäuscht, dass ich vor den Augen meiner Fans ausgefallen bin“, sagte die Skirennläuferin vom SC Starnberg nach dem dritten Weltcupauftritt ihrer Karriere. 

35 Freunde, Bekannte und Familienmitglieder aus Starnberg, die mit Transparenten und lautem Getöse für mächtig Stimmung unter den rund 3000 Zuschauern auf der Tribüne sorgten, mussten mitansehen, wie ihre „Speed-Queen Kira“ am drittletzten Tor scheiterte. „Das bin ich einfach zu spitz angefahren. Ich hab zwar gewusst, dass das ein ziemlich enges Tor mit einer Mulde ist, aber dass es so extrem ist, damit hatte ich nicht gerechnet.“ Bereits vor ihr hatten einige Läuferinnen genau an der selben Stelle die Segel streichen müssen. 

Für ihre ersten Weltcuppunkte hätte es wohl auch nicht gereicht, wenn sie dieses knifflige Eck gemeistert hätte. Zu viel Zeit hatte Weidle schon weiter oben auf der anspruchsvollen Kandahar liegen gelassen. „Das war von oben bis unten ein einziger Kampf, es waren aber auch ganz schöne Schläge in der Piste“, sagte die 19-Jährige, die mit der hohen Startnummer 49 ins Rennen gehen musste, selbstkritisch. „Ob ich nun 45. geworden wäre oder ob ich ausgeschieden bin, ist ja auch schon egal“, meinte Weidle, die erstmals in dieser Saison in einem Speedrennen ohne Ergebnis blieb. Markus Anwander sah das nicht ganz so locker wie seine junge Athletin. Der Bundestrainer der alpinen Skidamen fühlte sich von seiner Nachwuchsgarde ein klein wenig im Stich gelassen. Schließlich kam neben Topfahrerin Viktoria Rebensburg, die hinter Siegern Lara Gut (Schweiz) und vor der drittplatzierten Lindsey Vonn (USA) Zweite wurde und wie schon am Samstag bei der Abfahrt (3.) aufs Stockerl fuhr, nur Patriza Dorsch (33.) ins Ziel. Alle weiteren deutschen Starterinnen schieden aus. 

Für Kira Weidle war Garmisch das letzte Weltcuprennen in diesem Winter. In dieser Woche startet sie in Borovets (Bulgarien) bei den dortigen Europacuprennen, danach bereitet sie sich auf die Junioren-Weltmeisterschaften vor, die ab 25. Februar in Sotschi (Russland) ausgetragen werden. Auf den Strecken der Olympischen Winterspiele von 2014 geht Kira Weidle in den Disziplinen Riesenslalom, Super G, Abfahrt und in der Kombination an den Start. „Das ist mein persönliches Saison-Highlight“, sagte die junge Starnbergerin – und konnte dabei auch schon wieder lächeln.

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