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Starten im Oktober mit der Serienfertigung einer zivilen Drohne: Andreas Hanrieder (von links) und Jakob Karpfinger (beide Ingenieure bei quantum-systems), Thorben Fabian (bei ASTO zuständig für die Start-Ups), Florian Seibel, Florian Holzapfel und Ekkehart Fabian. 

Start-Up-Unternehmen mit neuem System

Acker-Drohne geht in Serie

Gilching – Ein Start-Up-Unternehmen entwickelt Copter-System, das startet wie ein Hubschrauber, dann aber fliegt wie ein Flugzeug.

Deutschland, das Land der Ideen? Unbestritten. Doch während im Ausland deutsche Erfindungen geschätzt und gefördert werden, führen Start-Ups im eigenen Land ein Schattendasein. Aus eigener Kraft hat sich die Mannschaft von „quantum-systems“ etabliert. Sie startet ab Oktober im ASTO-Park in Gilching mit der Serienfertigung ziviler Drohnen.

"Wir sollten die Chancen vor der eigenen Haustüre erkennen"

Sie ist etwas Besonderes und nicht vergleichbar mit den herkömmlichen Copter-Systemen. Anders als die handelsüblichen Drohnen, die per Propeller-Antrieb sowohl starten wie auch fliegen, steigt die Drohne aus der Erfinder-Werkstatt von Florian Seibel zwar mittels Rotoren auf, klappt diese in einer gewissen Höhe um und verwandelt sich in ein dynamisches und energiesparendes Flugzeug. „Dadurch kann sie eine viel weitere Strecke als die Hubschrauber-Drohne zurücklegen, ist schneller und kann schwerere Fracht transportieren“, erklärt Firmenchef Florian Seibel. Einsetzbar ist sie unter anderem beim Transport von Medikamenten und Organen, aber auch innerhalb der Landwirtschaft.

Diese Erfindung blieb nicht unentdeckt. Bei einem Wettbewerb in Dubai hat die Acker-Drohne dem Entwicklerteam von quantum-systems nicht nur den Titel „zweitbeste zivile Drohne der Welt“, sondern auch einen Auftrag aus dem Land der Scheichs eingebracht. Und dies bei 800 Teilnehmern. Mit im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt Professor Florian Holzapfel vom Lehrstuhl für Flugsystemdynamik der TU München. „Wir sollten nicht neidisch auf den High-Tech-Standort Silicon Valley sein, sondern die Chancen vor der eigenen Haustüre erkennen und nutzen“, mahnt er und appelliert damit in Richtung Politik. Denn noch führten Erfinder in Deutschland, hinter denen kein Konzern steht, ein trauriges Schattendasein. „Wundert es da, dass das Ausland zuschlägt und oft die besten Erfindungen wegkauft, während hier geschlafen wird?“ 

Nach dem Antrag auf Förderung kam der Bürokratismus

Als Beispiel nennt Holzapfel das Kraillinger Drohnen-Unternehmen Asctec, das der US-Halbleiterkonzern Intel Anfang des Jahres samt Belegschaft aufgekauft hat. „Wir müssen in Deutschland konkurrenzfähig bleiben, um auch den nachfolgenden Generationen die Möglichkeit auf einen qualifizierten Arbeitsplatz zu erhalten. Das geht aber nur, wenn das vorhandene Erfinder- und Entwickler-Potenzial erkannt und gefördert wird.“ Wie es nicht laufen soll, davon kann Florian Seibel ein Lied singen. „Wenn man in Deutschland als unbekannter Ingenieur einen Antrag auf Förderung stellt, schlägt der Bürokratismus zu. Alleine das Ausfüllen der Anträge und der begleitenden Dokumentationen verschlingt derart viel Zeit, dass man mürbe geworden aufgibt.“ 

Der 38-jährige Ingenieur und seine 20 Mitarbeiter haben es dennoch geschafft. Unterstützer waren unter anderem der ASTO-Park, indem den Jung-Unternehmern gegenüber dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen ein optimales Umfeld inklusive Büro- und Werkstatt-räume angeboten wurde, und die EDMO-Flughafenbetreibergesellschaft, die den Flugplatz für Versuchsflüge zur Verfügung stellt. „Wir sind stolz darauf, dass hier am Standort so viele kreative Köpfe ansässig sind. Deshalb werden wir alles tun, um sie zu halten“, betonte Ekkehart Fabian, Geschäftsführer bei ASTO-Park. Innerhalb des High-Tech-Campus an der Friedrichshafener Straße arbeiten mittlerweile 7000 Menschen aus 40 Nationen. Es gibt zehn Start-Ups.

Von Uli Singer

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