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Der Feuerwehreinsatz im Radhaus. Die Wohnungen darüber wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Radhaus Stockdorf

Aufräumen nach dem verheerenden Feuer

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Wenige Tage nach Neujahr hat es im Stockdorfer Radhaus gebrannt. Die Brandermittler nahmen ihre arbeit auf. Und gehen inzwischen von einem technischen Defekt im Bereich der Werkstatt aus.

Stockdorf – „Die Solidarität im Würmtal ist schlichtweg überwältigend“, sagt Jens Baier, Geschäftsführer des Fahrradladens Radhaus Starnberg. Gleich mehrere Freiwillige, Freunde und Bekannte, helfen derzeit beim Aufräumen in der Stockdorfer Filiale mit. Wie berichtet, sind die Räume am Baierplatz bei dem Brand Anfang des Jahres verwüstet worden, auch Teile der darüberliegenden Wohnungen wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Die Ermittlungen der Brandfahnder der Polizei haben mittlerweile ergeben, dass wohl ein technischer Defekt das Feuer verursacht hat. Dieser sei im Bereich der Elektroverteilung im Werkstattbereich „nach der Steckdose“ entstanden, wie Polizeisprecher Ronny Lebwoch auf Nachfrage des Starnberger Merkur erklärt. Den Schaden beziffert die Polizei auf 200 000 bis 300 000 Euro. Das habe auch der Brandsachverständige der Versicherung bestätigt, so Lebwoch. Ob der Schaden auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sei, müsse noch geprüft werden.

Noch Wohnungen ohne Strom

Derzeit sind die freiwilligen Helfer im Laden und putzen Fahrräder – selbst die, die wirtschaftliche Totalschäden sind. Denn ungereinigt dürfen sie das Geschäft nicht verlassen. Sie werden anschließend in ein Lager gebracht, damit die Räumlichkeiten von einer Brandsanierungsfirma professionell gereinigt werden können. Parallel dazu kümmert sich ein Elektriker darum, dass alle Wohnungen im Haus wieder mit Strom versorgt werden.

Das Lager habe man schnell gefunden und anmieten können, sagt Baier. Dank einer Mischung aus „Zufall und Glück“, wie er betont. Und dank der „sozialen Netzwerke, die offline funktionieren“. Per Handschlag. Den Lkw für den Transport der Räder stellen die direkten Nachbarn der Starnberger Filiale zur Verfügung, kostenlos.

90 Prozent der Räder ist Schrott

Von den etwa 60 Rädern im Geschäft, darunter hochwertige E-Bikes, könnten wohl nur fünf noch repariert und verkauft werden, der Rest sei Schrott, sagt Baier. Selbst die, die im Keller standen, hätten Schaden genommen. „Auch wenn sie auf den ersten Blick gut aussehen“, sei der Gestank unerträglich, der sich in Kunststoffteilen, in Satteln und Griffen festgesetzt habe. Ein Rad in diesem Zustand sei unverkäuflich. Bei diesen Rädern könne man Teile jedoch ersetzen. Das wäre von der Versicherung so gedeckt, erklärt Baier. Aber: „Abgerechnet wird zum Schluss.“

Noch muss das Radhaus leer geräumt, gereinigt und neu eingerichtet werden. Das könne alles in allem etwa vier Monate dauern. Die beiden Geschäftsführer Jens Baier und Michael Worm hoffen, zu Beginn der Hauptsaison um Ostern wieder öffnen zu können.

Auch interessant: Die Chronologie des Brandes im Radhaus.

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