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Eltern-Kind-Gruppen können wieder starten, aber das reicht nicht: Das EKP stand monatelang still, langsam geht es wieder los – doch dem Verein fehlen bis Juli rund 55 000 Euro Einnahmen.

Verein schlägt Alarm

EKP Stockdorf hat massive finanzielle Ausfälle - Ein Kampf ums Überleben

Dem Eltern-Kind-Programm (EKP) Stockdorf fehlen mehrere Zehntausend Euro, und der Betrieb kommt nur langsam wieder in Gang. Der Verein kämpft ums Überleben.

Stockdorf – Diese Woche ging die Mittagsbetreuung für Grundschulkinder in der Alten Schule Stockdorf wieder los, allerdings auf Sparflamme. Momentan seien es nur zwischen zehn und 20 Kinder am Tag, sagt Monika Bezdek vom Eltern-Kind-Programm (EKP). Der Verein hat Sorgen: Durch wegfallende Teilnahmegebühren und Veranstaltungen „fehlen uns allein im Zeitraum März bis Juli 2020 Einnahmen in Höhe von 55 000 Euro“, schlägt der Vereinsvorstand Alarm.

„Die Corona-Krise ist für uns alle eine noch nie dagewesene Herausforderung“, heißt es auf der Internetseite des von der Freizeitpädagogin Ursula Bezdek gegründeten Vereins. „Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie und die daraus folgenden Lockdown-Beschränkungen stellen aktuell sehr große Anforderungen an alle unsere Mitarbeitenden und den Vorstand“ – auch finanziell.

Als Familienzentrum und Familienbildungsstätte lebe das EKP vor allem von Werkstätten und Vorträgen in der Alten Schule genauso wie von Eltern-Kind-Gruppen, Mittagsbetreuung, Familienwochenenden und Freizeiten sowie Festen und Märkten, erläutert Monika Bezdek, Tochter der EKP-Gründerin. „Quasi von heute auf morgen wurden alle unsere Aktivitäten eingestellt.“ In der Alten Schule lief nur noch eine Notbetreuung für zwischen zwei bis fünf Kinder.

Auch die Mittagsbetreuung läuft auf Sparflamme

„Die laufenden Kosten fallen größtenteils trotzdem an“, hofft Monika Bezdek deshalb auf Spenden und Zuwachs durch zahlende Vereinsmitglieder. Trotz Lockerungen sei der Betrieb im Familienzentrum immer noch sehr eingeschränkt, erklärt die Vereinsvorsitzende im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Ein bisschen“ habe das Familienzentrum zum Schulstart nach den Pfingstferien wieder geöffnet. „Auch ein paar Eltern-Kind-Gruppen fangen wieder an.“ Geplante Familienfreizeiten an Wochenenden werden stattfinden. Deswegen hat der Verein einige wenige Einnahmen.

Auch die Mittagsbetreuung, die ihre Nichte Hanna Bezdek leitet, läuft auf Sparflamme. Statt 60 kommen zehn bis zwanzig Mädchen und Buben am Tag. Denn die meisten Eltern schickten ihre Kinder in die Stockdorfer Grundschule, aber kaum noch in die Mittagsbetreuung. Manche betreuten ihre Kinder lieber daheim, weil sie im Homeoffice arbeiteten. Es gebe aber auch Mütter und Väter im Würmtal, die wegen Corona bereits ihre Jobs verloren und deshalb Zeit für ihre Kinder haben oder in Kurzarbeit sind.

EKP-Mitarbeiter sind in Kurzarbeit

Wegen der gesunkenen Nachfrage seien drei fest angestellte Mitarbeitende in Kurzarbeit. Hanna Bezdek, aber auch Florian Saller, der die Geschäftsstelle managt, arbeiteten nur noch 40 Prozent. Manche der ausgebildeten EKP-Gruppenleiterinnen, die gegen Aufwandsentschädigung arbeiteten, bekämen kein Honorar mehr – weil es nichts zu tun gibt. Die eigentlich pensionierte frühere EKP-Geschäftsführerin Monika Bedzek stemmt gerade selbst die Verwaltungsarbeit des Vereins – ehrenamtlich:

„Das EKP Stockdorf kämpft ums Überleben“, fürchtet auch Gemeinderat Stefan Berchtold (MfG/Piratenpartei) Alarm. Seine Fraktion beantragt einen Überblick der Gemeinde, „welche Vereine und Institutionen“ am Ort durch die Corona-Krise „in ihrer Existenz bedroht sind“.

Christine Cless-Wesle

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