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Der Rest des „Würmthaler Arbeiter- und Unterstützervereins“: Schatzmeister Jakob Ott, Fritz Siegl, er mit der liquidation beauftragte Dr.Ekkehard Knobloch, die Witwe von Schriftführer Gerhard Reindl, Beatrice Reindl, Dr.Volker Portugal, Hans Beer und Eduard Cischeck.

Würmthaler Arbeiter- und Unterstützungsverein

Ziele erfüllt: Vor dem 120. Geburtstag ist Schluss

Stockdorf – Kurz vor dem 120. Geburtstag ist Schluss für den „Würmthaler Arbeiter- und Unterstützungsverein“, der sein Vermögen spendet.

Nur die am 16. Juli 1899 geweihte, wunderschön bestickte Fahne ist noch da. Der Verein dazu hat sich am Samstag aufgelöst: Bei Spargelcremesuppe im Café Harter haben die letzten verbliebenen Mitglieder endgültig die Liquidation des „Würmthaler Arbeiter- und Unterstützungsverein“ beschlossen. Seinen Zweck hat der am 6. März 1898 von 39 Männern gegründete Verein längst erfüllt. Als die gesetzliche Sozialversicherung noch unzulänglich war, zahlte er seinen Mitgliedern einst Kranken- und Sterbegeld. 

„Beim Volkstrauertag 2010 waren wir zum letzten Mal mit der Fahne da“, berichtet Schatzmeister Jakob Ott bei dieser allerletzten Versammlung. Sie findet im kleinen Kreis statt. „Wir zählen nur noch elf Mitglieder und vom zuletzt gewählten Vorstand ist nur noch unser Schatzmeister Jakob Ott im Amt“, ergänzt Beatrice Reindl. Die Gautingerin vertritt ihren Ehemann. Gerhard Reindl war bis zu seinem Tode im Dezember Schriftführer des einst blühenden Traditionsvereins. 

„Wir haben nichts mehr kassiert. Nur für die Fahnenversicherung haben wir noch Geld ausgegeben“, sagt Schatzmeister Ott. „Die Fahne geben wir ins Haus des Trachtenvereins“, schlägt Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch vor. Das Restvermögen von 1752 Euro könne an die Gautinger Sozialstiftung übergeben werden. Da kommt keinerlei Widerspruch. 

Denn sowohl der Arbeiterverein als auch die zwei Jahrzehnte später gegründeten Ludwig-Marie- Therese- und Haerlinsche Sozialstiftungen hatten einst soziale Aufgaben in Gauting übernommen. In seiner Blütezeit um die vorige Jahrhundertwende hatte der Arbeiterverein im damaligen Dorf Gauting fast 100 Mitglieder. Es waren nicht nur männliche Arbeiter. Auch die Unternehmensfamilien Wilhelm Baier in Stockdorf und die Maschinenfabrik Gauting (Mafaga) waren dabei, berichtet Knobloch. 

Hauptziel war es, Arbeiterfamilien bei Krankheit oder bei einem Todesfall zu unterstützen. Denn Ende des 19. Jahrhunderts war die gesetzliche Sozialversicherung „noch unzulänglich“, schreibt Ortschronist Karl Mayr. Diese Ziele sind heute längst durch die gültige Sozialgesetzgebung erfüllt. 

Knobloch, der 1949 als Flüchtlingsbub nach Gauting kam, erinnert sich zwar noch an das lebendige Vereinsleben mit Josefi-Feier im Saal des abgerissenen Würmbads, dem heutigen Tengelmannkomplex. Mit der Jahrtausendwende verfiel der überalterte Arbeiterverein endgültig in Dornröschenschlaf. Einmütig bestellen die Mitglieder Knobloch zum Liquidator.

Von Christine Cless-Wesle

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