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Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen Johannes von Perger (rechts).

Strafanzeige

Saftkelterei Perger: Nun ermittelt die Polizei

Breitbrunn – Spekulationen über ungeklärte Transaktionen bei Perger gibt es seit langem.

Sie standen zusammen und spekulierten. Dass Gelder ins Ausland gebracht worden seien, wollten ehemalige Lieferanten des Breitbrunner Saftherstellers Perger gehört haben, die in Weilheim auf ein Gerichtsverfahren im Zuge der Insolvenz warteten. Einer glaubte erfahren zu haben, dass die Abfüllanlage mittlerweile einer Firma in Gibraltar gehöre. Ob dem Insolvenzverwalter eigentlich bewusst sei, „was für Schiebereien es da gegeben“ habe, fragte einer der Wartenden frei heraus. Das war im November 2014. Gläubigern und Genossenschaftsmitgliedern von Perger haben diese Verdachtsmomente seitdem offenkundig keine Ruhe gelassen. 

Insolvenzverwalter bestätigte dem Merkur: Es gab ungeklärte Transaktionen

Denn nach allem, was sie bisher von den offiziellen Stellen erfahren haben, sollen sie leer ausgehen – obwohl es offenkundig Werte gibt. Schon vor zwei Jahren sind Detektive eingeschaltet worden, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Jetzt scheint genug Material für ein Strafverfahren gesammelt worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen Johannes von Perger. Hintergrund ist eine Strafanzeige vom April dieses Jahres. Die Kripo prüfe einzelne Teile der umfangreichen Anzeige auf den Verdacht des Betruges und der Untreue, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ken Heidenreich, am Freitag auf Anfrage. 

Bis Donnerstagnachmittag seien Vorermittlungen gelaufen, ob sich ein Anfangsverdacht ergibt – das ist der Fall. Mit dem von Gläubigerseite geäußerten Verdacht auf ungeklärte Transaktionen zwischen der Genossenschaft und den alten Perger-Firmen hat unsere Zeitung den Insolvenverwalter Stephan Amman von der Münchner Rechtsanwaltskanzlei Pluta bereits im November 2014 nach dem Gerichtsverfahren konfrontiert. Amman müsste eigentlich die besten Einblicke haben: Er ist in drei Verfahren – zum einen über zwei Altbetriebe des Unternehmers Johannes von Perger, zum anderen über die von ihm 2012 gegründete Genossenschaft Perger eG – zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Auf unsere Fragen hat der Insolvenzverwalter damals bestätigt, dass es ungeklärte Transaktionen gebe. 

Vermögen verschwunden? "Ich glaube es zurzeit nicht"

Wenn sich wirklich Anhaltspunkte ergeben sollten, dass Vermögensgegenstände aus dem Vermögen der insolventen Gesellschaften entfernt worden oder verschwunden seien, dann müsse er diesen Verdächtigungen nachgehen, fügte er hinzu. Er sagte jedoch: „Ich glaube es zurzeit aber nicht.“ Die Abfüllanlage, sagte Ammann damals, gehöre seines Wissens von Perger persönlich „oder hat ihm zumindest gehört“. Zu den Behauptungen, es habe „Schiebereien“ gegeben, erklärte Ammann: „Der Insolvenzverwalter kommt immer erst nachher.“ Was vorher gelaufen sei, dazu könne er nichts sagen. Auf die behaupteten ausländischen Aktivitäten angesprochen, dies sei nicht Gegenstand seiner drei Insolvenzverfahren. 

Er habe dafür auch keine Anhaltspunkte. Diesen drei Verfahren hat sich überigens auch die Provatinsolvenz Pergers angeschlossen. Dass mit den Genossenschaftsgeldern Finanzlöcher der Altbetriebe gestopft worden sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Johannes von Perger selbst hat dies gegenüber unserer Zeitung schon vor längerer Zeit bestätigt: Er habe die Mitgliedsbeiträge genutzt, um Schulden seines alten Unternehmens zu begleichen. „Aber die Genossenschaft hat ja die Assets von mir dafür bekommen“, fügte er hinzu. Assets, also Vermögensgegenstände.

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