32 Stunden Sozialdienst für einen blöden Spruch

Gilching - 32 Stunden Sozialdienst hat sich ein 20-jähriger Gilchinger am Starnberger Amtsgericht für die Beleidigung eines Polizeiobermeisters der PI Germering eingehandelt.

Der junge Mann war im Juni 2011 bei einem Hallen-Fest in Alling gewesen und hatte wegen Spannungen zwischen Festbesuchern und dem Sicherheitsdienst sogar selber die Polizei verständigt.

Als zwei bald darauf eingetroffene Beamte sich vor Ort um die Beteiligten kümmern und gerade einen Security-Mann einer Alkoholkontrolle unterziehen wollten, war ihnen der Gilchinger offenbar zu aufdringlich geworden, berichtete der als Zeuge geladene Polizeiobermeister, der den 20-Jährigen weggeschickt hatte, „weil ihn das gar nichts anging und es auch nichts mehr zu schlichten gab“. Beim Gehen habe der Gilchinger dann deutlich hörbar die Bemerkung fallen lassen: „Du machst dich wichtig, obwohl du gar nicht wichtig bist, Oida!“ Diesen Satz habe er sofort notiert und später zur Strafanzeige gebracht, so der 36-jährige Polizist.

Der bereits fünffach strafrechtlich in Erscheinung getretene Angeklagte verteidigte sich mit einiger Fantasie: „Kann mich nicht erinnern, so was gesagt zu haben - und wenn, wieso bezieht er das auf sich, wo ich ihm doch den Rücken zugedreht hatte?“, meinte der junge Mann und schloss - diesmal dem Polizeibeamten zugewandt - die Frage an: „Wieso hätte ich Sie beleidigen sollen, wenn ich Sie doch angerufen hatte?“

Amtsrichterin Anneliese Plattner war dennoch überzeugt, dass die beleidigenden Worte so gefallen waren - auch wenn sie laut Staatsanwalt „im unteren Bereich anzusiedeln“ seien. „Die Beweislage ist schlecht für Sie - wollen Sie wirklich noch einen weiteren Zeugen benennen?“, fragte Plattner. Der Gilchinger zeigte sich einsichtig und verzichtete, zumal die Jugendgerichtshilfe den seit 2011 unter Betreuung stehenden und derzeit eine Lehrstelle suchenden jungen Mann zuvor als „sehr bemüht“ gelobt hatte. Unter Einbeziehung eines früheren Urteils wurde der Gilchinger zu vier Tagen (32 Stunden) sozialer Dienste verurteilt - seine Betreuung wurde um drei Monate verlängert.

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