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Bewusst gegessen und geholfen: Die Kinder des Aufkirchener Horts haben eine Woche lang auf das übliche Catering verzichtet. Das Geld, das sie dadurch eingespart haben, spendeten sie gestern an die Aktion „Brot für die Welt“.

Aktion im Aufkirchner Hort

Suppe für „Brot für die Welt“

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Eine Woche Suppe essen statt Catering spart 415,43 Euro. Diesen Betrag spendeten die Kinder des Aufkirchner Horts gestern an die Aktion „Brot für die Welt“. Ein Novum für den Hort und auch für „Brot für die Welt“. Die Kinder waren sichtlich stolz.

Aufkirchen – Am Anfang stand ein Wutausbruch. Hortleiterin Gundi Köckert war sauer, dass sie – wieder einmal – nach dem Mittagessen so viel wegwerfen musste. Diesmal waren es 20 Pfannkuchen. Sie schimpfte: „Es wäre mal gut, wenn ihr nur Wasser und Brot essen würdet, andere verhungern und wir schmeißen alles weg!“ Dann war Stille im Raum. Und dann sagte eines der Kinder: „Das wollen wir machen und das Geld spenden wir.“

Das ist gestern passiert. Karin Deraëd von „Brot für die Welt“ kam eigens aus Nürnberg, u

m das Geld der Kinder abzuholen. „Wir bekommen immer wieder Spenden von Kindertagesstätten, aber dass mal eine Woche lang gefastet wurde, habe ich noch nicht erlebt“, sagte sie.

Vergangene Woche gab es im Aufkirchner Hort jeden Tag ein einfaches Essen, von den Erzieherinnen selbst gekocht. Gemüsesuppe, Kartoffelsuppe, Tomatensuppe. Dazu Brot, jede Menge Brot. „Wenn wir noch Hunger hatten, haben wir immer etwas bekommen“, berichtet die neunjährige Sandra. „Wir haben Glück, dass wir hier leben und jeden Tag etwas Leckeres zu essen haben.“ Einen Tag gab es Reis, nackten, leicht klebrigen Reis, den die Kinder mit den Fingern essen konnten. Wenn sie wollten: „Manche fanden das Essen mit den Fingern wunderbar, andere schauderhaft“, erinnert sich Köckert. Die Suppen kamen unterschiedlich gut an. „Wir hätten sie pürieren sollen, man hat das Gemüse zu sehr erkannt“, sagt Gundi Köckert. „Mir hat die Gemüsesuppe am besten geschmeckt“, sagt Julian (8).

Gemeinsam an der langen Tafel

Für die Kinder war es auch ein Erlebnis, dass alle an einer langen, provisorischen Tafel sitzen und miteinander essen. Üblicherweise wird im Hort nacheinander gegessen – der Platz ist knapp. Am Freitag gab es alle Reste der Woche. „Wir haben nichts weggeschmissen“, sagt die Hortleiterin nicht ohne Stolz.

Die Erzieherinnen nutzten während der Woche die Gelegenheit, um den Kindern die Probleme der Lebensmittelverschwendung und Massentierhaltung nahezubringen. Da gab es auch für die Erwachsenen Schockmomente: „Ich wusste nicht, dass Großbäckereien das übrig gebliebene Brot zu Pellets verpressen“, sagt Gundi Köckert. In der Woche ging es natürlich auch um den Überfluss in der westlichen Welt und den Hunger in der Dritten Welt. Jonathan (9) waren die Bilder, die in diesem Zusammenhang gezeigt wurden, allerdings zu heftig. „Die Bilder waren sehr brutal“, sagt er. „Ich wünsche mir, dass es nicht allen Kindern in der Welt so unterschiedlich geht. Es wäre gut, wenn es ihnen überall gleich gut geht.“

Viel Geld vom Munde abgespart

Auch Karin Deraëd von „Brot für die Welt“ machte die Kinder auf die Unterschiede aufmerksam. „Mit euren 415 Euro kann man in Ländern, in denen ,Brot für die Welt‘ arbeitet, viel bewirken.“ Eine philippinische Familie habe üblicherweise zwei Euro am Tag zur Verfügung. Sie hatte zum Dank Armbändchen von philippinischen Jugendlichen und aus Südafrika dabei. Die Kinder des Horts würden die Aktion jederzeit wiederholen.

„Verhungert sind wir ja nicht“, stellt Paul (8) fest. „Es gab immer genug.“ Die Eltern waren übrigens bis auf eine Mutter alle mit der Aktion Fasten einverstanden. „Das Kind hätte in eine andere Gruppe zum Essen gehen können“, sagt Erzieherin Pia Wirbser. „Es ist trotzdem dageblieben.“

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