+
Ein Herz und eine Seele: Franz Leutenbauer mit seiner Frau Gertrud, die nur wenige Tage älter ist.

Runder Geburtstag

Der Meister Eder von Hochstadt

Hochstadt - Franz Leutenbaucher gehört zu Hochstadt wie der See zu Weßling. Jetzt feierte der Laienschauspieler, Möbelschreiner und ehemalige Kreishandwerksmeister seinen 80. Geburtstag.

 „Für Hochstadt hätt‘ i mi z’reißen lassen“, sagt Franz Leutenbauer. Das stellte er auch über viele Jahrzehnte unter Beweis. Der Schreinermeister engagierte sich nicht nur in den diversen Vereinen, er war auch 35 Jahre lang in der Vorstandschaft der Kreishandwerker aktiv, davon zehn Jahre als Vorsitzender. Am Sonntag feierte er seinen 80. Geburtstag.

Franz Leutenbauer gehört zu Hochstadt wie der herzförmige See zu Weßling. Nachforschungen sollen sogar ergeben haben, dass die Leutenbauers die älteste Familie in Hochstadt überhaupt ist. Will man hier aufzählen, wo, wann und warum sich „Meister Eder“, wie er liebevoll genannt wird, engagiert hat, man müsste ein Buch schreiben. Dem breiten Publikum ist er als langjähriger Laienschauspieler und Sänger des Männergesangverein d’Riedberger ein Begriff. „Ich musste schon als Anfänger die Rollen des schrulligen Alten übernehmen und durfte nie einen jugendlichen Liebhaber spielen“, sagt der Jubilar. 54 Jahre lang stand er auf der Bühne, bevor er die Schauspielerei aufgegeben hat.

Begeisterung zeigte Franz Leutenbauer nicht nur für das Ehrenamt, auch beruflich war er erfolgreich. Mit 14 Jahren begann er die Schreinerlehre im elterlichen Betrieb. Als Geselle sammelte er Erfahrungen in einer Münchner Möbelschreinerei. 1958 kehrte er zurück, besuchte die Meisterschule und heiratete auch gleich noch seine Traudl. „Mit 60 Mark in der Woche mussten wir als Familie mit zwei Kindern auskommen“, erinnerte sich Leutenbauer. 1961 erhielt er als einer der Jüngsten Bayerns den Meisterbrief ausgehändigt und übernahm kurz darauf den väterlichen Betrieb.

Die bilderbuchhafte Karriere sowohl beruflich als auch im privaten Bereich wäre nicht möglich gewesen, gäbe es da nicht die so genannte starke Frau, die ihm den Rücken freigehalten hat: „Mich hat es nie gestört, dass er ständig unterwegs war, weil ich mich auch alleine gut beschäftigen kann. Oft war ich sogar froh, dass ich in Ruhe meine eigenen Sachen machen konnte“, sagt Gertrud Leutenbauer. Sie ist nur um wenige Tage älter, doch dies freut den Ehemann schon „a bisserl“: „Bis ich sie altersmäßig einhole, kann ich jedes Jahr ein paar Tage lang sagen, ich bin der Jüngere.“

Die mittlerweile vom Familien- zu einem modernen Großbetrieb gewachsene Bau- und Möbelschreinerei hat Franz Leutenbauer 1999 an seinen Sohn Wolfgang übergeben. Er habe es sich auch abgewöhnt, täglich nach dem Rechten zu schauen, räumt der Senior ein. „Heute genießen wir unseren Ruhestand. Es gibt auch so noch viel zu tun. Außerdem lese ich sehr viel.“

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Auszeichnungen, die dem Hochstadter im Laufe der Jahrzehnte zuteil wurden. Darunter das Bundesverdienstkreuz, die Bürgermedaille von Weßling und die Goldene Ehrennadel der Handwerkskammer München. Privat wurde bereits am Sonntag gefeiert. Die große Feier jedoch mit Prominenz aus dem Gemeindeleben, Kultur und Wirtschaft steht für kommendes Wochenende an.

Uli Singer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Vorschriften: Tutzinger Händlerin gibt auf
Tutzing – „Das war der Zünder für das Pulverfass“, sagt Ulrike Stadler. In ihrem Handarbeitsgeschäft an der Hallberger Allee in Tutzing müsse sie rund 3000 Euro in eine …
Neue Vorschriften: Tutzinger Händlerin gibt auf
Merkur-Fans von Andechs bis Australien
Landkreis – Die magische Grenze von 3000 Fans des Starnberger Merkur im sozialen Netzwerk Facebook ist geknackt. Mit Annette von Nordeck aus Pöcking klickte am Dienstag …
Merkur-Fans von Andechs bis Australien
Hanfelder Straße: John stellt am 23. Januar ihr Konzept vor
Starnberg – Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur hatte sie es bereits angekündigt, jetzt steht der Termin fest: Bürgermeisterin Eva John lädt Anlieger und …
Hanfelder Straße: John stellt am 23. Januar ihr Konzept vor
Undosa wird ein Fall fürs OLG
Starnberg – Ursprünglich hätte das Undosa am Donnerstag vergangener Woche wieder die Gerichte beschäftigen sollen. Hätte – denn der zuständige Richter am Landgericht …
Undosa wird ein Fall fürs OLG

Kommentare