Becken mit Schlieren bei Weßling.
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Schlieren auf dem Becken: Nach einem Unfall vor knapp zwei Wochen war das Regenrückhaltebecken zugefroren - jetzt konnte der Diesel abgesaugt werden.

Wochen nach eine Unfall

THW saugt stundenlang Ölfilm ab

In einer aufwendigen Aktion haben Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) am Samstag ein Regenrückhaltebecken an der A 96 bei Weßling gereinigt. Die Ursache liegt bereits einige Tage zurück – ein schwerer Unfall auf der Autobahn. Eine Gefahr fürs Grundwasser bestand nicht.

Weßling – Fast zwei Dutzend Helfer des THW aus Starnberg und Dachau beseitigten am Samstag mehrere Hundert Liter Diesel von der Oberfläche eines Regenrückhaltebeckens an der A 96 unweit der Krone-Farm bei Weßling. Die Ölverschmutzung war Folge eines Unfalls am 20. Januar, bei dem bei einem Lkw der Tank aufgerissen worden war (wir berichteten). Bisher konnten weder Feuerwehr noch THW noch eine Spezialfirma den Ölfilm beseitigen, weil das rund 1500 Quadratmeter große Becken zugefroren war.

Bei dem Unfall waren ein Lastzug und ein Pkw kollidiert, aus beiden liefen Treibstoffe und teils auch Hydraulikflüssigkeiten aus. Die Mischung gelangte laut Landratsamt über eine Ablaufrinne in das Regenrückhaltebecken, das allerdings speziell geschützt ist. Es sei mit Folie ausgekleidet – der Diesel habe also nicht ins Grundwasser sickern können, erklärt Kreisbrandrat Peter Bauch, der am Samstag mit vor Ort war. 400 bis 500 Liter waren bei dem Unfall ausgelaufen. Am Tag nach dem Unfall hatte die Feuerwehr Weßling eine akute Gefahr für die Umwelt bekämpft und Öltücher ausgelegt, um Diesel in der Natur zu binden. Da war das Becken schon zugefroren. „Fürchterlich gerochen“ habe es trotzdem, sagen Bauch und die anderen Helfer. Vorige Woche gab es einen Ortstermin, das Eis war weg.

Normalerweise hätte auch die Feuerwehr die Beseitigung in Angriff nehmen können, doch suchte das Landratsamt wohl eine Spezialfirma, fand aber keine, und wandte sich daher ans THW. Das wiederum holte sich Kollegen aus Dachau zur Unterstützung, die über einen sogenannten Bürstenskimmer verfügen, gewissermaßen einen Sauger mit Ölabscheider. Der wurde, berichtet Markus Reichart vom Starnberger THW, an einer Stelle platziert, dann zogen die Helfer eine Ölsperre über das Becken und sammelten so die Schlieren ein, damit der Bürstenskimmer sie absaugen kann. Zweimal war die Prozedur nötig, bis das Wasser wieder sauber war. THW-Helfer entsorgten zudem einen Baumstamm aus dem Becken und mussten einige Bereiche vom Schilf befreien und dieses entsorgen lassen.

Die Feuerwehr verfügt für solche Fälle über einen sogenannten Ölsanimat, der jedoch für stärkere Verschmutzungen konzipiert ist. „Bei den Mengen funktioniert das nicht“, erklärt Bauch. „Jetzt schaut es tiptop aus“, lobt er den Erfolg des THW. Am Ende waren beim Absaugen rund 600 Liter Öl-Wasser-Gemische zusammengekommen, was sich mit den ausgelaufenen Mengen Diesel deckt. Das Landratsamt, ebenfalls mit Fachleuten vor Ort, stuft die Sache nach der Reinigungsaktion als erledigt ein, erklärte Kreissprecherin Barbara Beck.

Für Peter Bauch gilt das nur bedingt. Angesichts der hohen Wirksamkeit des Bürstenskimmers überlegt der Kreisbrandrat, ob so ein Gerät nicht auch für den Landkreis sinnvoll wäre – damit man im Bedarfsfall nicht immer das THW Dachau oder andere anfordern muss. Der Ölsanimat, stationiert in Traubing, deckt größere Unfälle ab, die es durchaus gibt. So liefen einmal rund 6000 Liter Heizöl aus einem Lastzug in Höhenrain aus und in ein Regenrückhaltebecken ab. Für kleinere Verschmutzungen sind die Wehren mit Saugtüchern (Vlies), Sperren und dergleichen ausgerüstet. Vlies liegt derzeit noch am Weßlinger Becken aus; in etwa einer Woche wird die Lage kontrolliert, das Vlies entsorgt oder bei Bedarf erneuert.

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