Fehler im Haushalt - Millionenloch bleibt

Gauting - Offenbar ist im Gautinger Finanzplan für 2017 ein Tippfehler: Er sorgt für Kostensteigerungen von 1,8 Millionen. Das Millionenloch für 2016 bleibt unangetastet.

„Heute habe ich ein Weihnachtsgeschenk in Höhe von 1,8 Millionen Euro für Sie“, frohlockt Gautings Grünen-Fraktionssprecher Professor Jürgen Schade in einer Mail an seine Ratskollegen und Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Grund für Schades Jubel: „Ein Tippfehler im Haushaltsbuch.“ Das aktuelle Gautinger Millionenloch wird dadurch allerdings nicht kleiner.

„Vielleicht ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass der Verwaltungshaushalt für das Jahr 2017 ungewöhnlich hoch ausgefallen ist und 2018 und 2019 wieder sinkt“, schreibt Schade. Schuld sei ein Tippfehler. Im aktuellen Haushalt seien für 2016 Kosten für Kinderbetreuungspersonal in Höhe von 180 000 Euro angesetzt. Aber im Folgejahr schnelle dieser Posten schlagartig auf 1,985 Millionen Euro. Im Haushaltsjahr 2017 habe sich nämlich die falsche Zusatzzahl 9 eingeschmuggelt. „Eigentlich war ein Betrag von 185 000 Euro vorgesehen.“ Diese Summe fürs Kita-Personal 2017 ergebe sich auch aus den angesetzten 50 Prozent Landeszuschüssen in Höhe von 92 500 Euro, rechnet Schade vor. Der entdeckte Tippfehler bewirke 2017 eine Mehrung von 1, 8 Millionen Euro - nur für Kinderbetreuungskosten in Gauting.

„Wir sind dabei, die Zahlen zu überprüfen“, sagt Geschäftsführer Joachim Graf auf Anfrage. Doch die Aufwendungen für Kinderbetreuung 2017 hätten keine Auswirkung auf das angespannte Haushaltsjahr 2016. „Wenn wir 2016 die Pflichtzuführung erreichen wollen, muss der Rat noch ein Haushaltsloch von 2, 6 Millionen Euro stopfen.“ Deshalb brüte er mit dem früheren Kämmerei-Mitarbeiter Gernot Struwe bereits über einer Liste mit möglichen Sparmaßnahmen, sagt Graf, der den Haushalt kommissarisch übernommen hat. Wie berichtet, hat der bisherige Kämmerer seinen Posten in Gauting verlassen. cc

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