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Fahrvergnügen ohne schlechtes Gewissen: Die „Nimbus 305 Drophead ePower“ feiert am Samstag in Düsseldorf ihre Weltpremiere. Der umweltfreundliche Elektroantrieb der Jacht kommt von Torqeedo, die Batterie von BMW.

Wirtschaft

Torqeedo-Motoren erobern die Welt

Gilching - Sei es der Flautenschieber fürs Segelboot, ein elektrische Außenborder oder das fest eingebaute System für Yachten und Ausflugsschiffe: Die Elektromotoren der Gilchinger Firma Torqeedo erobern die Welt. Für neue Power sorgt jetzt der Partner BMW.

„Wir sind sehr stolz darauf, mit einem so renommierten Autohersteller zusammenarbeiten zu können“, sagt Torqeedo-Kommunikations-Chef Stefan Gerhard zu der jüngst vereinbarten Kooperation des Gilchinger Unternehmens mit BMW. Die stärksten Elektromotoren der Gilchinger – die sogenannten Deep Blue Systeme – werden in Zukunft auch von Batterien gespeist, die der Münchner Autokonzern in sein Elektroauto BMW i3 einbaut. Der Grund: „Wenn es um Hochvolt-Batterien geht, ist nur das Beste gut genug“, heißt es dazu aus Gilching. Davon soll sich am kommenden Samstag auch die Weltpresse auf der Messe „boot“ in Düsseldorf überzeugen, wenn die schwedische Firma Nimbus ihren Elektro-Cruiser „305 Drophead ePower“ vorstellt. Die kleine Jacht ist mit den umweltfreundlichen Systemen der Münchner und der Gilchinger unterwegs.

Die Wachstumskurve von Torqeedo kennt seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. 60 000 Motoren hat das Unternehmen seit der Gründung 2005 verkauft, die Mitarbeiterzahl stieg von 8 auf heute 115. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 19 Millionen Euro, die Gewinnzone kommt langsam in Sichtweite. 2018 will die Firma nach Angaben ihres Sprechers schwarze Zahlen schreiben.

Die märchenhafte Geschichte über die Anfänge des Unternehmens wurde oft erzählt, und Firmenchef Christoph Ballin gibt zu, dass er sie schon bald nicht mehr hören kann. Damals hatte er in der Starnberger Wassersportsiedlung ein Haus bezogen und mit einem Bekannten ein Boot restauriert. Beim Antrieb standen die beiden jedoch vor einem handfesten Problem. Die Genehmigung für ein Motorboot auf dem Starnberger See dauert rund 20 Jahre, und herkömmliche Elektroboot-Antriebe waren dem Duo zu lahm. Der Entschluss, einen eigenen, leistungsfähigen Elektromotor zu entwickeln, brachte die Firmen-Idee ins Rollen. „Es war aber immer die Idee, einen Markt zu bedienen und nicht nur ein Bötchen zu bauen“, betont Firmensprecher Gerhard. „Wir sind ein Industriebetrieb.“

Und der beliefert mittlerweile Kunden in 40 Ländern. So wurde im vergangenen Jahr zum Beispiel das größte zu 100 Prozent elektrisch angetriebene Passagierboot Kanadas – die „Queen Elizabeth Dr.“ – in der franko-kanadischen Hauptstadt Ottawa in den Dienst gestellt. Zwei Torqeedo Blue 80 Motoren an beiden Enden des Rumpfs schieben das 75 Fuß lange Ausflugsschiff über den pittoresken Rideau Canal. Es ist das erste von zwei Booten, das auf den zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Kanal eingesetzt wird, das zweite soll im Frühjahr 2017 in den Dienst gehen.

Erfolgreichste Torqeedo-Produkte sind laut Sprecher aber nach wie vor die Außenbord-Motoren, die zum Beispiel an ein Kajak montiert werden können. Das kleinste Modell (1 PS) gibt es für 1599 Euro. Wer richtig Gas geben möchte, der kauft sich den „Deep Blue 80 TXL“ mit einer Spitzenleistung von 66 kW (80 PS). Der Preis liegt bei stattlichen 21 499 Euro.

Jörg von Rohland

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