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Minuten nach dem Unfall: Passanten und Nachbarn betrachten betroffen, welchen Schaden der Fahrer eines weißen Kastenwagens angerichtet hat. 

Transporter außer Kontrolle

"Das war wie eine Bombe"

Weßling - Die Weßlinger dürften beim Gottesdienst am Sonntag eine Kerze mehr als üblich angezündet haben: Der Ort ist am Freitagnachmittag nur knapp einer Katastrophe entgangen. Die ungewollte Irrfahrt eines Gilchingers endete vergleichsweise glimpflich.

Szenario des Schreckens: Ein Kastenwagen rauscht mit Vollgas durch den Ort, rammt mehrere Autos, kracht in die Tankstelle an der Hauptstraße, durchbricht einen Gartenzaun und kommt in einem zweiten zum Stehen. Wie durch ein Wunder wurde bei der unfreiwilligen Amokfahrt eines 53-jährigen Gilchingers am Freitagnachmittag niemand ernsthaft verletzt (wir berichteten). „Wir hätten alle weg sein können, das war wie eine Bombe“, sagt der Besitzer der kleinen Auto-Werkstatt neben der Tankstelle. Ihm steht noch immer der Schrecken im Gesicht, als er an seinem Computer die Fotos zeigt, die er vom Unfallort geschossen hat.

Der Mann war zusammen mit seinem Kollegen in der Werkstatt, als es am frühen Nachmittag krachte. Später erzählten ihm Augenzeugen, dass der Kastenwagen von der Ortsmitte in Richtung Tankstelle gerast war und schon mehrere Autos gerammt hatte. „Wir sind dann sofort raus aus der Werkstatt“, erzählt der Chef. Der Fahrer sei selbst aus dem Wagen gestiegen, ein Nachbar brachte einen Stuhl, damit er sich hinsetzen konnte. Der Gilchinger stand offensichtlich selbst unter Schock. „Er hat nicht gewusst was los ist“, berichtet der Werkstattchef. Der Mann hatte laut Polizei mit dem Fuß auf dem Gaspedal offenbar das Bewusstsein verloren.

Schockierende Bilder

Der Kfz-Meister zückte sein Smartphone und hielt die Bilder fest, die ihn schockierten. Er will sich gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können: „Fünf Minuten vor dem Unfall hatte meine Frau noch im Auto auf mich gewartet, genau dort, wo der Wagen reingekracht ist“, sagt er mit Blick auf die enge Einfahrt zur Tankstelle, in der oft viele Autos auf eine freie Zapfsäule warten. Dieses Mal stand zum Glück kein einziger Wagen im Weg. Wäre der Unfall zwei Stunden später passiert, wären die Folgen weit schlimmer gewesen, ist sich der Werkstatt-Chef sicher. Dann nämlich seien für gewöhnlich viele auf dem Heimweg von der Arbeit und würden noch einen Tankstopp einlegen.

Die Polizei sieht es ähnlich. „Das ist schon Glück, wenn bei sowas nicht mehr passiert“, sagt Albert Huber, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion in Herrsching mit Blick auf vier demolierte Autos, drei Leichtverletzte und die nur leicht beschädigte Tankstelle. Wie berichtet, ging lediglich eine kleine Mauer zu Bruch, und eine Gasentlüftung wurde beschädigt. Den Sachschaden bezifferte die Polizei Herrsching auf schätzungsweise 70 000 Euro.

Am Montag lief der Betrieb an den Zapfsäulen schon wieder völlig normal, nachdem sie am Samstag gesperrt worden waren. Der 53-jährige Unglücksfahrer liegt noch im Krankenhaus. Die Polizei hat ihn noch nicht vernommen. Die Beamten wissen von „gesundheitlichen Problemen“ des Gilchingers – mehr wollten sie auf Anfrage nicht verraten.

Jörg von Rohland

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