In Erinnerung an Markus Stangl

Triathlon der besonderen Art als Gedenkveranstaltung für Schachgroßmeister

Voller Vorfreude auf das Gedenkturnier in Erinnerung an Markus Stangl (v.r.): seine Ex-Frau Anita Stangl, Inhaberin der Firma MedienLB, Peter Schickel, Abteilungsleiter Badminton beim TSV Starnberg, Fritz Absmaier, Vorsitzender des Schachclub Starnberg und Johannes Schmied (MedienLB). Im Hotel Vier Jahreszeiten steigt das Blitzturnier.

Eineinhalb Jahre nach dem plötzlichen Tod des Starnberger Schachgroßmeisters und Unternehmers Markus Stangl planen seine Ex-Frau und ehemalige Vereinskameraden eine dreitägige Gedenkveranstaltung, bei der neben dem Mensch vor allem der Sport im Mittelpunkt stehen soll.

Starnberg – Eine solche Form des kollektiven Gedenkens hat es wahrscheinlich noch nirgends gegeben: Zu Ehren des am 1. November 2020 mit nur 51 Jahren verstorbenen Schachgroßmeisters, leidenschaftlichen Badminton-Spielers und Unternehmers Markus Stangl organisieren der Schachclub Starnberg und die Badminton-Abteilung des TSV Starnberg unter gemeinsamer Federführung von Stangls Ex-Frau Anita, SC-Vorsitzendem Fritz Absmaier und TSV-Spartenleiter Peter Schickel eine dreitägige Veranstaltungsreihe aus Blitzschach, Badminton und Dampferfahrt mit vielen Freunden und Weggefährten von Markus Stangl.

In sportlicher Hinsicht besonders hochkarätig zu werden verspricht das Blitzschach-Turnier am Freitag, 29. April, im Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg, zu dem Anita Stangl auch gerne interessierte Zuschauer begrüßen würde. Bereits jetzt haben sich für das auf etwa 100 Teilnehmer begrenzte Turnier acht leibhaftige Großmeister angemeldet. Viele davon sind einstige Teamkollegen des allseits beliebten Markus Stangl aus der Schachsparte des FC Bayern, die unter ihrem Chef Jörg Wengler am Zustandekommen dieser Gedenkveranstaltung ebenfalls entscheidend mitwirkt. Auch vom österreichischen Staatsliga-Meister SC Jenbach, für den Stangl aktiv war, kommt eine Delegation nach Starnberg. Unter den Startern befinden sich illustre Namen wie die langjährige Nummer eins der deutschen Rangliste, Liviu-Dieter Nisipeanu, Ex-Bundestrainer Uwe Bönsch, der frühere Teilnehmer am WM-Kandidaten-Turnier Artur Jussupow sowie der einst für den SC Starnberg aktive Bundesliga-Spieler Stefan Bromberger.

„Am Tag unseres Blitzturniers hätte Markus seinen 53. Geburtstag gehabt, diese gesamte Veranstaltung mit Schach und Badminton wäre bestimmt ganz in seinem Sinne gewesen“, sagt seine Ex-Frau, selbst eine starke Schach- und aktive Badmintonspielerin sowie als Unternehmerin weithin bekannt für ihre in Starnberg ansässige Firma MedienLB.

Teil zwei: Badminton in der Brunnenangerhalle

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Teil zwei der Veranstaltungsreihe ist Markus Stangls zweiter Sportart gewidmet, dem Badminton. In allen drei Abschnitten der Brunnangerhalle steigen am Samstag, 30. April, verschiedene Wettbewerbe, voraussichtlich Einzel, Team und Mixed. Aus den Ergebnissen bei Schach und Badminton soll dann ein Gesamtsieger gekürt werden. Tatkräftig unterstützt wird das Ganze auch vom Vize des Bayerischen Badminton-Verbandes, Kay Manazon.

Vor allem Spaß machen soll er also, dieser Triathlon aus Schach, Badminton und Geselligkeit. Er soll alte Freunde zusammenbringen und will nebenbei eine Werbung für die beiden Sportarten sein, gerade bei der Jugend: „Beim Blitz sind zum Beispiel 20 Teilnehmerplätze für junge Spieler reserviert – auch das hätte dem Markus gut gefallen“, so Anita Stangl. Zusammen mit dem SC-Vorsitzenden Fritz Absmaier hatte sich auch der sehr umgängliche und freundliche Markus Stangl stets der Förderung des Schach-Nachwuchses angenommen.

Ein Spektakel wie das Markus-Stangl-Memorial bedeutet für beide Sportarten ein starkes Lebenszeichen – und es führt alte Schachkollegen und Weggefährten von Markus Stangl zusammen: „Manche hatten nach seinem jähen Tod gar keine richtige Gelegenheit, sich zu verabschieden“, sagt Anita Stangl. So wird es am Sonntag, 1. Mai, eine Dampferfahrt auf dem Starnberger See geben, bei der die Schachgroßmeister-Legenden Helmut Pfleger und Hajo Hecht entweder simultan spielen oder aus ihrer Schach-Anekdoten-Schatzkiste plaudern wollen. Sein Kommen zugesagt hat auch der Erfurter Großmeister Thomas Luther.

Thomas Lochte

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