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Helfer und Flüchtlinge bei der Dankfeier im Garten des Roncalli-Hauses.

Kleiderkammer im Hallenbad

Dankesfeier für die Helfer

Tutzing - Vor einem Jahr wurde das Tutzinger Hallenbad zum „Kleiderbad“. Dank und Anerkennung für viele Helfer gab es am Wochenende bei einer Feier – und kritische Worte in Richtung CSU.

Angelika Pfaffendorf war es unangenehm: Säckeweise stapelten sich Kleidungsstücke im Tutzinger Roncalli-Haus der katholischen Kirche – aber Pfarrer Peter Brummer, der Hausherr, war gerade im Ausland. Was er dazu wohl sagen würde? Ein Jahr ist das her. Ein dringender Aufruf war gestartet worden, denn über Nacht war es bitter kalt geworden, und viele Flüchtlinge waren leicht angezogen. Dann die Idee: Das leer stehende kommunale Hallenbad als Lager. Zahlreiche Helfer brachte Angelika Pfaffendorf spontan zusammen.

Viele von ihnen kamen am Freitag zu einer Dankfeier ins Roncalli-Haus, bei der das alles noch einmal in Erinnerung gerufen wurde: wie ruckzuck Spenden besorgt und Materialien gekauft wurden, wie bis in die Nächte hinein gebaut wurde – Regale, 25 Meter Kleiderstangen –, wie die Kleidung mühevoll sortiert und geordnet wurde. „Sie haben dazu beigetragen, dem Ruf Tutzings als toleranter, weltoffener Ort neuen Glanz zu verleihen“, sagte CSU-Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg zu den Helfern.

Für Pfarrer Brummer ist es „schwer zu ertragen“, dass sich Europa inzwischen „erfolgreich abgeriegelt“ habe. Angetan zeigte er sich von Vorwürfen des früheren Kultusministers Hans Maier an die CSU, seine Partei. Der hat Ministerpräsident Horst Seehofer beschworen, die Angriffe auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zu unterlassen und vor Abwanderungen „aus der Mitte der CSU“ gewarnt. Auch Dörrenberg äußerte sich in diesem Punkt wenig positiv über ihre Partei. Über die, die Merkels Satz „Wir schaffen das“ kritisieren, sagte sie zu den Helfern: „Sie haben sie Lügen gestraft.“ Es sei ein Geschenk, in einer Gemeinde mit so viel ehrenamtlichem Engagement Bürgermeisterin sein zu dürfen.

Zur Dankfeier kamen auch einige der inzwischen nach Krailling verlegten Flüchtlinge. Unter ihnen war die zehnjährige Zahra aus Afghanistan. Ein wenig Sehnsucht nach seiner Gemeinde glaubte Brummer da zu erkennen. Gerührt erzählte er, wie ihn Zarah einmal in recht gutem Deutsch im Zeltlager begrüßt hat: „Guten Abend Herr Pfarrer, wie geht es Ihnen?“ Dass in jenen Tagen, als er nicht in Tutzing war, soviel über ihn gesprochen wurde, kommentierte Brummer schmunzelnd so: „Ich finde es faszinierend, dass man in der Abwesenheit noch mehr wirkt."

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