Schwarzbau im Biotop neben der Bahn: Der Eigentümer dieses Schuppens will eine Fotovoltaik-Anlage dort errichten. Der Umweltausschuss lehnte dies ab. Foto: Jaksch

Fotovoltaik ja - aber nicht im Biotop

Kampberg - Fotovoltaik im Biotop? Nein, danke! Das Landratsamt und auch der Umweltausschuss des Kreistages lehnen den Bau einer solchen Anlage in einem Biotop im Landschaftsschutzgebiet bei Kampberg ab.

Ein pikantes Detail machte den Kreisräten die Entscheidung leichter: In dem Biotop steht ein Schwarzbau des Investors für die PV-Anlage.

Für Landrat Karl Roth war die Sache von vornherein klar. „Wir haben noch nie für eine Fotovoltaik-Anlage Wald gerodet und wir haben noch nie eine solche Anlage in ein Biotop gelassen“, sagte er. Das Biotop-Argument wollte Tutzings Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg, die die Tutzinger Interessen im Ausschuss vertrat, nicht gelten lassen: „Das ist direkt neben der Bahnlinie.“ Die Gemeinde Tutzing erlässt für das Areal einen Bebauungsplan. Alle Beschlüsse dazu seien einstimmig gewesen, sagte der zuständige Bauamtschef Klaus Menzinger. 40 Häuser könne die Anlage mit ihren knapp 170 kWh versorgen.

Michael Muther (Freie Wähler) vermutete dagegen, dass der Bauwerber über den Umweg Bebauungsplan für eine Fotovoltaik-Anlage einen im Biotop schwarzgebauten Stadel legalisieren wolle. „Es ist die Frage, ob die Anlage überhaupt jemals errichtet wird“, sagte er und entschuldigte sich gleich: „Das ist bissl bös gesagt.“ Die Landwirte Helmut Wagner und Max Stürzer (beide CSU) sahen es ähnlich. „Wir wissen alle, ohne Zuschuss hätten wir unsere PV-Anlagen nie errichtet“, sagte Stürzer. Weil die Zuschüsse bald wegfallen werden, zweifelte er an den lauteren Absichten des Investors. „Alles Rettung für die Halle.“

Tutzings Bauamtschef Menzinger unterstrich, dass das Kreisbauamt über den Schwarzbau Bescheid wisse und machte einen Vorschlag zur Güte. „Die künftige Trafo-Station muss ja nicht in einem Elf-Meter-Stadel untergebracht sein, die kann auch kleiner werden.“ Er wies Stürzers und Muthers Unterstellungen zurück: „Der Investor macht das aus Überzeugung.“

Dr. Wolfgang Weber-Guskar (FDP) konnte sich nicht durchsetzen mit dem Vorschlag, dass erst der Schwarzbau verschwinden solle und Tutzing dann einen neuen Anlauf starten könne. Er stimmte als einziger für den Tutzinger Antrag.

Der Schuppen muss jetzt ohnehin verschwinden. Nach Auskunft von Landratsamtssprecher Stefan Diebl wird das Kreisbauamt jetzt aktiv. Bisher habe es sich ruhig gehalten, weil das Bebauungsplanverfahren gelaufen sei.

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