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Da kommt die Braut: Obwohl das Wetter bei der Fischerhochzeit Anfang Juli nicht so recht mitspielte und es zumeist wie aus Kübeln goss, stellten die Tutzinger doch ein beeindruckendes und professionelles Spiel auf die Beine.

1275 Jahre Tutzing

Ein Festjahr wie aus dem Bilderbuch

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1275 Jahre hat die Gemeinde Tutzing mittlerweile auf dem Buckel – und doch ist sie kein bisschen alt, sondern strotzt vor guter Laune und Lebensfreude. Das bewiesen die Tutzinger heuer eindrucksvoll in ihrem Jubiläumsjahr. Eine kleine Rückschau.

Tutzing – Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Daher entschieden sich die Tutzinger im Jahr 2016 kurzerhand, die Fischerhochzeit, die turnusgemäß bereits im vergangenen Jahr hätte stattfinden sollen, um zwölf Monate zu verschieben. Eine goldrichtige Entscheidung, bekam das Jubiläumsjahr dadurch doch gleich seinen absoluten Höhepunkt.

Doch die Feierlichkeiten anlässlich des 1275. Gemeindegeburtstages nur auf die Fischerhochzeit zu reduzieren, würde dem Rest des umfangreichen Festprogrammes, das das ganze Jahr über lief, unrecht tun. „Es war ein schönes, feierliches, rundum gelungenes Jahr“, bilanziert auch die amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Dabei wurde nicht nur gefeiert, zwischendurch wurde es, wie ein Blick in den Jubiläumskalender offenbart, immer mal wieder durchaus politisch. So war ausgerechnet die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr eine Kundgebung unter dem Motto „Von der Willkommenskultur zur Will-bleiben-Kultur“. Zahlreiche Vorträge und Ausstellungen verteilten sich über das ganze Jahr, widmeten sich der reichen Ortsgeschichte genau so wie Kunst, Kultur und Gesellschaft. Denn heuer feierten nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Evangelische Akademie und die Akademie für politische Bildung in Tutzing runde Geburtstage (wir berichteten).

Für Elisabeth Dörrenberg ist rückblickend am wichtigsten, „dass wir Tutzinger bewiesen haben, dass es den Zusammenhalt bei den traditionellen Vereinen und generell im ganzen Ort noch gibt.“

In Bierlaune präsentierte sich Ministerpräsident Horst Seehofer bei seinem Auftritt im Festzelt.

Ein gutes Beispiel dafür war dann doch die Fischerhochzeit. Hier arbeitete nahezu der gesamte Ort Hand in Hand. „Da waren die Mitglieder der Tutzinger Gilde, des Verschönerungsvereins und des Obst- und Gartenbauvereins, da waren die Feuerwehren aus Traubing und Tutzing und all die anderen Vereine, die mit angepackt haben“, berichtet Dörrenberg. Doch auch die Bewohner des Ortes selbst hätten Fassaden gestrichen und Vorgärten auf Vordermann gebracht, Blumenschmuck angebracht und so dafür gesorgt, dass ganz Tutzing aussah, wie aus dem Ei gepellt.

„Nur das Wetter hat nicht ganz mitgespielt, so dass am Ende nur zwischen 8000 und 10 000 Besucher kamen“, so die amtierende Bürgermeisterin. Dennoch war es eine Fischerhochzeit, die zurecht in die Geschichtsbücher eingehen wird. Im Festzelt am Rathaus gab sich die große Politik die Klinke in die Hand – Cem Özdemir (Grüne), Christian Lindner (FDP) und der damals noch unumstrittene Horst Seehofer (CSU) feierten umjubelte Auftritte.

Krönender Abschluss des Tutzinger Jubiläumsjahres war das Sonnwendfeuer mit Lasershow im Dezember.

Mitten im Sommer, kurz vor der geplanten Nacht der Langen Tafel, schlug die Stimmung dann allerdings schlagartig um: Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug verstarb nach schwerer Krankheit. Genauso einig, wie Tutzing gefeiert hatte, trauerte es jetzt um den beliebten Politiker. „Das hat einen Schatten auf das Festjahr geworfen. Aber wir wussten, wie gern er mitgefeiert hätte und hätten es ihm von Herzen gewünscht“, sagt Dörrenberg.

Das Jubiläumsjahr endete dennoch auf einer heiteren Note: Mit einer spektakulären Lasershow bei der Sonnwendfeier der Tutzinger Feuerwehr und dem traditionellen Stephaniritt durch die Gemeinde. Auch hier waren wieder über 100 Tutzinger auf den Beinen und sorgten für einen reibungslosen Ablauf, während andere den Weihnachtsbraten verdauten.

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