Gar nicht so einfach ist es, an der Tutzinger Slipanlage sein Boot zu Wasser zu lassen – oder es wieder herauszuholen, wie es Alexander Petzold am Freitagnachmittag tat.
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Gar nicht so einfach ist es, an der Tutzinger Slipanlage sein Boot zu Wasser zu lassen – oder es wieder herauszuholen, wie es Alexander Petzold am Freitagnachmittag tat.

Starnberger See

Ärger über neue Bootslände

Die einzige öffentliche Bootslände am Westufer des Starnberger Sees ist sehr gefragt. Aber seit der Erneuerung der Slipanlage in Tutzing klagen Bootsbesitzer über Probleme. Die Rampe sei zu flach und zu glatt. Und nicht wenige Autos fahren notgedrungen ins Wasser.

Tutzing – Recht viel Betrieb herrscht zurzeit an der öffentlichen Bootslände neben dem „Biersteg“ in Tutzing. Viele Bootsbesitzer genießen sichtlich die Möglichkeit, wieder Ausflüge auf dem Starnberger See machen zu können. Die Lände ist erneuert worden (wir berichteten). Sie lockt Wasserfreunde teils von weit her nach Tutzing, denn es handelt sich um die einzige öffentliche Slipanlage am Westufer des Starnberger Sees. Zwei weitere öffentliche Bootsländen gibt es am Ostufer in Ambach und in Ammerland, ansonsten müssen Bootsbesitzer andere Wege ins Wasser suchen, so in Yachthäfen oder Werften. Das wird aber nicht überall zugelassen und ist in der Regel mit Kosten verbunden. Bootsbesitzer schätzen es sehr, dass Tutzing im Gegensatz zu den meisten anderen Ufergemeinden eine solche Möglichkeit anbietet. Durch die Erneuerung sind aber gleich mehrere Probleme entstanden. Schaulustige beobachten dies, auf dem Steg sitzend, wenn die Eigner ihre Boote zum See transportieren: Viele von ihnen fahren mit dem Auto ein Stück ins Wasser hinein.

Das war früher nicht der Fall. Die Bootslände sei schneller zum Wasser hin abgefallen, berichten Bootsbesitzer. Nun reiche sie weiter in den See hinein, und sie sei flacher. Sie sei auch recht glitschig, man rutsche leichter aus als früher. Auch die Tutzinger Gemeindeverwaltung hat davon durch eine E-Mail erfahren, wie Rathaus-Mitarbeiter Daniel Grunwald bestätigt. Er verweist aber auch auf einen zurzeit relativ niedrigen Wasserstand des Sees, der bei all dem wohl auch eine Rolle spiele.

Der See hat zurzeit etwa einen halben Meter weniger Wasser als gewöhnlich. „Das bedenken wohl viele Bootsbesitzer nicht“, sagt auch Christoph Knobloch, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Tutzing. Sie muss oft mit einem Boot in den See, hat dabei aber nach seinen Worten keine Schwierigkeiten. Man müsse die Bootslände auch nicht unbedingt betreten. „Allerdings stehen auch wir mit der Hinterachse fast im Wasser“, bestätigt Knobloch. Das hänge mit der Länge des Fahrzeugs zusammen.

Die frühere Bootslände ist nach Angaben von Grunwald entfernt worden, weil der Bewehrungsstahl hervorgetreten sei. Der für die Lände verwendete Beton sei nicht glatt, er verfüge über einen so genannten Besenstrich, der für eine rauere Oberfläche sorge. Allerdings entwickele sich mit der Zeit eine Vermoosung, die die Fläche rutschiger mache. Eigentlich sollten die Autos nicht in den See fahren. Die Boote sollten von den Zugfahrzeugen abgehängt und händisch zu Wasser gelassen werden. Bei größeren Booten ist das allerdings kaum möglich, wie Kenner sagen.

Der Feuerwehr machen noch andere Probleme zu schaffen. Der Biersteg sei nicht zum längeren Festmachen von Booten gedacht, sagt Knobloch – bei Einsätzen erweise sich das nicht selten als Hindernis, denn im Fall des Falles müsse es meist schnell gehen. Bootsbesitzer wiederum berichten über Konflikte mit Personen, die sich auf dem Steg sonnen. Sie hätten das Gefühl, sich entschuldigen zu müssen, wenn sie vom Boot aus auf den Steg springen müssen. Ein weiteres Problem besonders für die Feuerwehr: Nicht selten parken Autos – von Bootsbesitzern oder anderen – in dieser ufernahen Zone und versperren die Rettungswege, trotz geltender Halteverbote, wie Knobloch und seine Kollegen immer wieder beobachten: „Die stellen ihre Autos dort ab und gehen in die Eisdiele.“

Lorenz Goslich

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