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Obwohl der Bauausschuss der Gemeinde Tutzing genau dieses Tor ablehnte, ließ es der Hauseigentümer doch errichten. Nun droht ihm eine Abrissverfügung durch das Landratsamt.

Baurecht

Ärger um diesen Schwarzbau

Der Tutzinger Bauausschuss lehnte das Tor ab - der Hauseigentümer baute es dennoch auf. Die Empörung im Bauausschuss war groß.

Tutzing – „Das ist ein Präzedenzfall, wenn wir das durchgehen lassen, haben wir hier in ein paar Jahren Verhältnisse wie in Miami“, entrüstete sich Toni Aigner (Freie Wähler).

Seine Aufregung galt einem Einfahrtstor an der Traubinger Straße 49, das der dortige Grundstückseigentümer offenbar widerrechtlich errichtet hat. Laut Rathaus hatte der Hausbesitzer bereits 2014 eine „isolierte Befreiung von der 5-Meter-Stauraumregelung der Tutzinger Ortsbausatzung“ beantragt, um die meterlange Toranlage aus Stahl bauen zu können.

„Das ist eine Missachtung, eine Unverschämtheit“

Dies wurde seinerzeit wegen auch der riegelartigen Optik abgelehnt – inwischen hat der abgeblitzte Antragsteller allerdings Tatsachen geschaffen, die dem Landratsamt als zuständiger Behörde schon am 1. August gemeldet worden waren. Nicht nur die Freien Wähler wollen den Schwarzbau nun rückgängig machen lassen: „Man muss mit aller Schärfe dagegen vorgehen“, wetterte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing), während Thomas Parstorfer (CSU) ebenfalls der Kamm schwoll: „Ich sitze doch nicht stundenlang im Bauausschuss, damit dann unsere Beschlüsse ignoriert werden.“

Heinrich Reiter (FW) pflichtete Parstorfer bei: „Das ist eine Missachtung, eine Unverschämtheit – wenn das Schule macht, können wir die Sitzungen streichen.“ Ein solches Einfahrtstor, so Reiter, „ginge allenfalls, wenn der BND dahinter säße“.

Schuster: Ortsbausatzung gehört endlich überarbeitet

Man sollte das Landratsamt als Genehmigungsbehörde „unbedingt darin bestärken, das rückbauen zu lassen“, forderte Aigner. Angeblich habe der Grundeigentümer vor drei Jahren zur Begründung für seinen Antrag angeführt, er wolle fremde Parker in der Kurve vor seinem Anwesen verhindern. In Wirklichkeit gehe es aber darum, das Grundstück blickdicht zu machen. Als einziger im Bauausschuss mochte Georg Schuster (ÖDP) die Aufregung der Kollegen nicht sorecht nachvollziehen: „Dass der sich über den Beschluss hinweg gesetzt hat, wird seine Gründe haben.“ Die Ortsbausatzung gehöre endlich überarbeitet, ließ Schuster anklingen. 

Im Übrigen seien in dem Quartier rund um die Traubinger Straße sowieso „80 Prozent geschlossene Tore“ zu finden, das in Hausnummer 49 also kein Ausreißer. „Ich habe schon damals gegen die Ablehnung gestimmt“, sagte Schuster – und votierte auch diesmal gegen den Antrag der Freien Wähler, dass die Gemeinde mit 7:1 Stimmen offiziell „um bauaufsichtliches Einschreiten“ des Kreisbauamts ersucht.

Von Thomas Lochte

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