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Bienen ganz nah: Beim Infotag Artenvielfalt erzählte Imker Philipp Bruder den Akademie-Mitarbeitern interessante Details über die acht Völker im Akademiegarten. 

Park der Akademie für Politische Bildung Tutzing

Drei Zonen für mehr Insektenvielfalt

Die Akademie für Politische Bildung in Tutzing verfolgt seit vielen Jahren ein Pflegekonzept für ihren Park. Das geht auf - es gibt genügend Lebensraum für Insekten, seit vergangenem Jahr sind acht Bienenvölker im Park aktiv. 

Tutzing Rund 32 000 Quadratmeter ist der Park der Akademie für Politische Bildung in Tutzing groß – und Lebensraum für viele Tiere. Schmetterlinge, Igel und acht Bienenvölker leben dort. Während eines Infotags Artenvielfalt haben die Mitarbeiter der Akademie das Ökosystem rund um ihren Arbeitsplatz in Vorträgen von Gärtner, Imker und Naturschützern besser kennengelernt.

„Früher war hier alles zugewachsen, der See war überhaupt nicht zu sehen“, sagt Akademie-Gärtner Fridolin Baur und deutet über die Wiese auf den glitzernden Starnberger See. Die Wende kam mit dem Parkpflegekonzept, das die Akademie 2001 aufstellte mit dem Ziel, die Baumreihen zu lichten und mehr Grünflächen zu schaffen. Inzwischen sei in Tutzing ein Vorzeigepark mit drei Zonen entstanden, heißt es in einer Mitteilung der Akademie.

Um Pflanzen genug Zeit zum Aussamen und Insekten Lebensraum zu bieten, wird die erste Zone des Parks erst Ende Mai, die zweite im September gemäht. „Im Herbst kommt der Maschinenring extra mit einem Mähbalken“, erklärt Baur. Mit dem Bau des Hörsaals entstand auf dessen Dach ein neuer Rosengarten als Ausgleichsfläche und dritte Zone – zwar mit kurzem Rasen, dafür größer als das Wiesenstück, das für das Gebäude wegfiel.

Im Frühling tauchte dort der Buchsbaumzünsler auf. Baur und seine Kollegen haben ihn vorerst vertrieben – durch das Absammeln der Tiere und Wasser aus dem Hochdruckreiniger. „Insektizide und Pestizide verwenden wir gar nicht“, betont er.

Das kommt auch Imker Philipp Bruder zugute, der im vergangenen Jahr acht Bienenvölker im Akademiepark ansiedelte. Jedes von ihnen hat in diesem Jahr 35 Kilogramm Honig produziert, der in der Akademie verkauft wird. „Ein gutes Imkerjahr“, sagt Bruder. Mit ihm schauten die Akademie-Mitarbeiter in die Bienenstöcke, die sie sonst nur von Weitem beobachteten und hörten von Schwänzeltanz, Hochzeitsflug und Schwarmtrieb.

Der Infotag Artenvielfalt endete nicht am Gartenzaun der Akademie. Bund-Naturschutz-Kreischef Günther Schorn zeigte, dass die Tutzinger Hauptstraße mehr als die vorhandenen „Alibi-Bäume“ vertragen könnte. Petra Gansneder, Landschaftspflegeberaterin beim Landratsamt Starnberg, erklärte in ihrem Vortrag, wie der Landkreis versucht, Quellmoore zu renaturieren und Neophyten, also nicht heimische Pflanzen wie das Springkraut, zu bekämpfen. Dr. Andrea Gehrold vom Landesbund für Vogelschutz nahm das Akademie-Team mit auf eine Reise mit den Zugvögeln. Weil der Starnberger See selten zufriert, ist er ein Winterdomizil für Wasservögel aus Skandinavien, dem Baltikum, Weißrussland und der Eismeerküste Russlands. Manche Reiherente fliegt sogar aus Sibirien ein.

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