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Die Albers-Villa ist absolut erhaltenswert: Das legt das Denkmalamt auf sieben Seiten dar.

Andenken für berühmten Schauspieler

Albers-Villa in Feldafinger Ortsteil: Riesenschritt Richtung Denkmalschutz

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In seinem Kampf um den Erhalt der Albers-Villa für die Öffentlichkeit ist der Kulturverein Garatshausen ein gutes Stück weiter. Das zuständige Landesamt empfiehlt, das Anwesen unter Denkmalschutz zu stellen. Unter anderem, weil es Schauplatz einer deutsch-jüdischen Liebesgeschichte ist.

Garatshausen – Die Liebesgeschichte zwischen dem unter den Nazis erfolgreichen Schauspieler Hans Albers und der jüdischen Schauspielerin Hansi Burg ist für das Landesamt für Denkmalpflege mit ein Grund, warum die Öffentlichkeit ein Interesse am Erhalt der Albers-Villa in Garatshausen haben sollte. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Denkmalschutz für das 1864/65 erbaute und 1935/36 umgebaute Gebäude getan.

Ab 1935 lebte Albers „quasi incognito gemeinsam in der für sich und seine Lebensgefährtin umgebauten Villa in Garatshausen“, schreibt Oberkonservator Dr. Detlef Knipping in seiner Stellungnahme. „Die Villa ist damit Schauplatz des Lebens eines berühmten Schauspielers, aber auch einer christlich-jüdischen Liebesgeschichte, die exemplarisch das repressivverbrecherische Wirken des Nazi-Regimes widerspiegelt.“

Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim war Mitte Dezember dabei, als der Experte des Landesamts für Denkmalschutz die Villa besichtigte. Und wie er angesichts zahlreicher baulicher Besonderheiten und Details in Begeisterung ausbrach. Auch diese Details sind in der sieben Seiten langen Bewertung der Albers-Villa nachzulesen. Das Gebäude sei „ein seltenes und qualitätsvolles Beispiel für die Fortschreibung der Villenkultur am Starnberger See durch die Umwandlung eines klassizistischen Landhauses samt zugehöriger Gebäude in eine repräsentative Villenanlage in Formen des barockisierenden Heimatstils“, so Knipping.

Christlich-jüdische Liebesgeschichte am Starnberger See: Hans Albers und Hansi Burg.

Dass der Experte als ersten Grund für die Denkmalbedeutung die Liebesgeschichte anführt, überrascht Sontheim. „Hochinteressant, dass als erstes die soziologische Bedeutung des Ortes genannt wird“, sagt er.

Der Bürgermeister freut sich über das Schreiben des Denkmalamtes. Der Kulturverein Garatshausen hatte die Prüfung durch die Denkmalschutzbehörde in einer Petition an den Bayerischen Landtag angeregt. Außerdem richtete der Verein in der Petition den Wunsch an den Landtag, dass das Gelände als Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde.

Deshalb ist Dr. Andreas Kapphan vom Kulturverein trotz des positiven Schreibens der Behörde zunächst nur verhalten optimistisch. „Es ist noch keine Entscheidung, nur eine Empfehlung“, sagt er. Das letzte Wort habe der Landtag.

Um die Diskussion in Sachen Öffnung des Anwesens voranzutreiben, will der Verein eine Podiumsdiskussion organisieren. Kapphan hat dazu Finanzminister Albert Füracker eingeladen, die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig, Dr. Reinhard Mößmer als Experten für den 27 000 Quadratmeter großen Park um das Albers-Anwesen sowie jemanden vom Verein für jüdische Erinnerung. Noch sucht er jemanden, der Erfahrung mit historischen Objekten hat, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Ein Termin steht schon fest: Donnerstag, 5. März. Ob der Finanzminister kommt, ist noch unklar.

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