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Gemeinderat stellt Strafanzeige

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Georg Schuster ist mit seiner Ehefrau Kornelia seit Juni Eigentümer des Andechsr Hofes in Tutzing. © Schuster

Der Tutzinger Gemeinderat Georg Schuster (ÖDP) stellt Strafanzeige wegen übler Nachrede gegen Unbekannt. Grund sind Vorwürfe gegen ihn rund um seinen Kauf der Gaststätte Andechser Hof.

 Tutzing Der Tutzinger ÖDP-Gemeinderat Georg Schuster wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe sich beim Kauf des Andechser Hofs in Tutzing Mitte dieses Jahres Insiderwissen zunutze gemacht. Die „Starnberger SZ“ hatte über Vorwürfe aus Reihen des Gemeinderats berichtet, wonach sich Schuster den Gasthof zu einem „Schnäppchenpreis“ unter den Nagel gerissen habe. Ein „langjähriger Gemeinderat“ wird mit den Worten zitiert, er könne sich nicht an einen „derart dreisten Vorfall“ in Tutzing erinnern. Die Zeitung hat die Vorwürfe in anonymer Form wiedergegeben, den Namen des betreffenden Gemeinderats hat sie in dem Bericht nicht genannt. Schuster spricht nun von „Feigheit“ und hat Anzeige gegen Unbekannt wegen übler Nachrede gestellt. Den Verdacht, er habe beim Kauf des Andechser Hofs Insiderwissen genutzt, weist Schuster gegenüber dem Starnberger Merkur zurück.

Wie berichtet, hat Schuster am Dienstag vergangener Woche im Gemeinderat seinen Rücktritt von der Position des Liegenschaftsreferenten erklärt. Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) hatte in der Sitzung ein vorangegangenes Gespräch mit Schuster über diese Funktion bestätigt. Sie habe ihn darauf hingewiesen, dass er als kommunaler Liegenschaftsreferent auch viel mit Gaststätten zu tun habe, und ihm nahegelegt, sich dies zu überlegen. Unter den Immobilien im Eigentum der Gemeinde Tutzing befinden sich auch mehrere Gaststätten, so beispielsweise der Tutzinger Keller, das Midgardhaus und der Buttlerhof in Traubing.

In dem Bericht wird erwähnt, die Tutzinger Bürgermeisterin habe dem kaufmännischen Leiter des Klosters Andechs im Frühjahr angedeutet, dass die Gemeinde selbst den Gasthof kaufen wolle. In Klausurtagungen und nichtöffentlichen Sitzungen sei das Thema „dem Vernehmen nach immer wieder ausführlich erörtert“ worden. Darauf angesprochen sagt Schuster, schon vor seinem Erwerb sei in der Öffentlichkeit lange bekannt gewesen, dass der Andechser Hof zum Verkauf gestanden habe. Auch über den vom Eigentümer gewünschten Kaufpreis sei bereits lange zuvor in der Presse berichtet worden. Alles das sei kein Insiderwissen.

In einem Gespräch mit den Bürgermeisterinnen habe er im Februar der Gemeinde empfohlen, den Andechser Hof zu kaufen, sagt Schuster. Das Ergebnis dieses Gesprächs sei gewesen, dass die Gemeinde weder die notwendigen Mittel noch das personelle Potenzial habe, dieses Bauvorhaben stemmen zu können und dass es bereits mit den bestehenden Liegenschaften Probleme gebe. Er, Schuster, habe daraufhin mitgeteilt, dass er dann selbst versuchen werde, den Andechser Hof zu kaufen. Der kaufmännische Leiter des Klosters habe ihm zwar zunächst abgesagt, da ein Großgastronom aus München Interesse an einem Erwerb des Objekts gezeigt habe. Dessen Pläne seien in der Klausurtagung auch vorgestellt worden. Im Mai dieses Jahres aber habe sich der kaufmännische Leiter von sich aus wieder bei Schuster gemeldet und ihm den Gasthof zum Kauf angeboten. Dazu Schuster: „Warum ruft das Kloster uns und nicht die Gemeinde Tutzing an, wenn hier ein Kaufinteresse bestanden hat?“

Bürgermeisterin Marlene Greinwald wollte sich zu den Vorwürfen, ob Schuster Insiderwissen missbraucht habe, gestern auf Anfrage des Starnberger Merkur nicht äußern. Die Gemeinde habe jedoch im weiteren Verlauf der Verhandlungen durchaus Interesse am Erwerb des Gasthauses gezeigt, sagte sie.

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