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Ortsbildprägend: Eine neue Gastwirtschaft soll im Tutzinger Zentrum entstehen, wo bisher der „Andechser Hof“ war. Direkt an der Hauptstraße ist ein Biergarten geplant. 

Gastronomie

„Andechser Hof“: Abriss und Neubau

Der „Andechser Hof“ in Tutzing soll abgebrochen werden. An seiner Stelle soll eine neue Gaststätte entstehen – mit einem Biergarten direkt an der Hauptstraße.

Tutzing – Nun steht es fest: „Man spricht nicht mehr über den Erhalt, sondern über einen Neubau“, sagte der Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller am Dienstag im Bauausschuss des Tutzinger Gemeinderats über den „Andechser Hof“. Ein von ihm vorgelegtes Konzept gilt erst als Einstieg in die Planung, hat aber schon weitgehend Zustimmung gefunden. In Arbeitsgemeinschaft mit Martin Büscher soll Burgstaller das Bebauungsplanverfahren nach einem Beschluss des Ausschusses weiter bearbeiten. In ein neues Gebäude – ähnlich groß wie der Altbau und leicht höher – soll wieder eine Gaststätte Einzug halten. Der Bautrakt mit dem bisherigen Saal soll nach hinten, also nach Westen, versetzt werden. Vorne, an der Ecke Hauptstraße/Hallberger Allee, soll somit Platz für einen Biergarten für 240 Personen entstehen. Die Kastanienbäume sollen erhalten werden. Ganz hinten, an der Schmiedgasse, ist ein weiteres größeres Gebäude vorgesehen – im Erdgeschoss mit Praxisräumen, im oberen Bereich mit Wohnungen.

Der seit Februar 2012 anhaltende Leerstand des „Andechser Hofs“ unter dem früheren Eigentümer Kloster Andechs hat in der Tutzinger Bevölkerung über die Jahre viel Kritik ausgelöst. 2015 gab es sogar eine Unterschriftenaktion für eine Wiedereröffnung. Später folgten lange Verhandlungen mit einem Investor, doch sie zerschlugen sich (wir berichteten). Im vorigen Jahr hat das Ehepaar Kornelia und Georg Schuster – er ist für die ÖDP im Gemeinderat – die Immobilie übernommen.

„Unser Ziel ist eine gehobene österreichisch-bayerische Küche“, sagte Kornelia Schuster gestern gegenüber dem Starnberger Merkur. Die Pächtersuche laufe noch, für Interessenten sei man offen. Im Erdgeschoss ist ein größerer Gastraum für 85 Personen und ein kleinerer für 45 Personen vorgesehen. Einen Saal wie bisher soll es nicht geben, doch Veranstaltungen sollen dort für bis zu 140 Personen möglich sein – für Burgstaller ist das eine „Saalvariante“.

„Ich habe das Gefühl, das ist das, was in Tutzing vielfach gesucht wird“, sagte Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Im oberen Bereich des Hauptgebäudes und des Nebentrakts sind Appartements für Personal und Feriengäste sowie eventuell eine weitere Arztpraxis vorgesehen. Eine Tiefgarage mit Zufahrt von der Hauptstraße aus soll etwa 30 Stellplätze umfassen, hinzu kommen sollen oberirdische Parkflächen. Burgstaller sprach von einer „ortsbildprägenden Situation“, er sieht eine Möglichkeit, „ein großes, traditionell gestaltetes Haus neu zu bauen“.

Von Lorenz Goslich

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