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Aktive Jugendfeuerwehrler aus Tutzing und Traubing im Rathaus (v.l.): Lukas Dreher, David Solti, Antonia Wild, Erik Neidhardt, Juline Weber, Anna-Eftichia Chatziiordanidov, Ludwig Horn, Paul Friedrich, Sebastian Guidi, Leonhard Guidi und Christoph Knobloch, Leiter der Jugendfeuerwehr. 

Sie machen den „Demokratieführerschein“

Appell im Gemeinderat: Junge Feuerwehrler drängen auf Busnetz-Ausweitung in Tutzing

Das gibt es nicht so oft. Eine Gruppe junger Leute tritt forsch im Gemeinderat auf, um die Politiker zum Handeln zu bewegen. In Tutzing stand der öffentliche Nahverkehr im Fokus.

Tutzing – So großen Andrang von jungen Besuchern wie diese Woche gibt es selten im Tutzinger Gemeinderat. Anlass war ein aktuelles, vom Bundesfamilienministerium finanziertes Ausbildungsprojekt der Jugendfeuerwehren von Tutzing und Traubing: „Demokratieführerschein für Jugendliche.“ Träger sind die Volkshochschule Starnberger See, die Kultur-Abteilung der Gemeinde und der Rotary-Club. Dabei können sich die jungen Leute kommunalpolitisches Wissen aneignen und es mit einem selbst gewählten Anliegen aktiv verfolgen.

Ausgesucht haben sie sich die Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs in Tutzing. Im Gemeinderat stellten nun drei Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Vorschläge ziemlich professionell vor: Lukas Dreher, Paul Friedrich und Anna-Eftichia Chatziiordanidov. Sie wiesen auf Vorteile wie geringere Kosten für Autos, Verkehrs- und Umweltbelastung hin und plädierten für regelmäßige Busverbindungen in Siedlungen und Ortsteilen wie Kallerbach, Unterzeismering, Kampberg oder Diemendorf.

Eine der neuen Buslinien wartet 40 Minuten am Bahnhof

Die Gemeinderäte hörten aufmerksam zu. Bus-Erweiterungen waren schon mehrmals im Gespräch, doch es gab alle möglichen Probleme. Beispiel: Eine der neuen Buslinien hat am Bahnhof 40 Minuten Wartezeit, die für Fahrten etwa nach Kampberg genutzt werden könnte. Doch wegen eines Vertrags mit einem Busbetreiber, dem RVO, kann ein anderer, der MVV, nicht beauftragt werden. Paul Friedrich, einer der Gruppe, kommentierte das nüchtern: Auch wenn der Vertrag bis 2022 laufe, könne man schon anfangen, darüber zu reden „und zeigen, dass die Politik heute schon an morgen denkt“. Eine Bemerkung, die die Gemeinderäte mit Gelächter quittierten.

Sie dachten aber auch gleich weiter, über geeignete Streckenführungen und sinnvolle Haltestellen-Standorte wie für Diemendorf, wo viele Bürger weit gehen müssen. Der Gemeinderat will die Wünsche der Jugend jedenfalls unterstützen. Bürgermeisterin Marlene Greinwald kündigte eine detaillierte weitere Behandlung des Themas schon für die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses am 26. November an.

Lorenz Goslich

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