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Aus diesem Opferstock in der Tutzinger Pfarrkirche hat sich ein arbeitsloser Koch fünf Euro gefischt. Dabei wurde er erwischt und kassierte jetzt am Amtsgericht Starnberg eine Geldstrafe.

Aus dem Gerichtssaal

Fünf Euro im Kerzenschein

Die tragischen Umstände seiner schweren Erkrankung führten einen Garmischer auf Abwege. Im März vorigen Jahres entwendete der arbeitslose Koch 5 Euro aus dem Opferstock der Tutzinger Kirche St. Joseph. Vor dem Starnberger Amtsgericht musste sich der 39-Jährige jetzt für den Diebstahl verantworten.

Tutzing – Seine Krankheit machte ihn schon vor acht Jahren zum Dauerarbeitslosen. Als chronischer Schmerzpatient kann der Hartz-IV-Empfänger kaum die Zuzahlungen zu den verordneten Medikamenten begleichen. Bei einem zufälligen Besuch in der Tutzinger Pfarrkirche bekam der Garmischer lange Finger. „Ich habe einen Fünf-Euro-Schein im Kerzenlicht gesehen und überlegt und überlegt“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Mit einem Draht und einem Doppelklebeband hangelte der 39-Jährige den Geldschein aus dem Opferstock. Nicht unbemerkt – der Mesner erwischte den Dieb auf frischer Tat.

Zunächst vermuteten die Ermittler, der Garmischer habe sich mit Draht und Klebeband auf den Diebstahl vorbereitet. Im Gerichtssaal erklärte der 39-Jährige plausibel, Draht und Doppelklebeband stets im Rucksack mit sich zu führen: „Ich habe den Briefkastenschlüssel verloren und hole mir mit Draht und Klebeband Post aus dem Kasten.“ Richterin Christine Conrad ließ sich das auf dem Richterpult demonstrieren und schenkte dem Mann schließlich Glauben. „Das war keine Gier nach Luxus und dennoch eine Fehlentscheidung, eine strafbare Handlung“, sagte die Richterin. Wegen fünf aktenkundiger Vorstrafen wollte die Staatsanwaltschaft einer Verfahrenseinstellung nicht zustimmen. Unter Berücksichtigung der Umstände setzte die Richterin die Geldstrafe bei maßvollen 20 Tagessätzen à 10 Euro fest.  nh

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